Das EF 70-300mm
f4,5-5,6 DO IS USM kam im Juni 2004 auf den Markt und markierte als
zweites und bisher letztes DO-Objektiv eine Canon Entwicklung eines
neuen Linsentyp, der DO-Linse. Diese Mehrfachbeugungslinse (Diffractive
Optic) dient im
Wesentlichen einer kompakteren Bauweise. Und in der Tat, das Zoomojektiv
hat im eingefahrenen Zustand bei 70mm die kompaktesten Abmaße bei
vergleichbaren Telezooms.
Auffällig ist der grüne statt des üblichen roten Ringes (bei
hochwertigen L-Objektiven), der es als DO-Objektiv ausweist.
Auflösung
Das Objektiv mag wie ein L-Objektiv
gebaut sein, doch die optischen Leistungen hinken den üblichen "L"-Leistungen
hinterher. Mit durchschnittlich 1.624 Linien Auflösung liegt es auf
den hinteren Plätzen unseres Tests. Bei einem Preis von ca. 1.200 €
haben wir etwas anderes erwartet. Dies bestätigen aber auch die
vielen, meist ernüchternden Forenkommentare zu diesem Zoom-Objektiv
in den letzten Jahren. Ein Abblenden auf f8 bzw. f11 steigert nur
unwesentlich die Auflösungsleistung, nur bei unteren Brennweiten ist
ein Sprung bemerkbar. Während das Zentrum insgesamt noch akzeptable
Leistungen liefert, fällt der Rand zu stark ab.
sonstige Leistung
Vignettierungen sind
bei 70mm noch moderat mit 0,7 EV, steigern sich jedoch bei 135mm mit
knapp über einer Blende und werden bei 300mm sehr ausgeprägt mit
fast zwei Blendenstufen. Verzeichnungen sind bei 70mm unauffällig,
bei 300mm etwas ausgeprägter. Die chromatische Aberration zeigen
sich mit
relativ breiten 5 Pixel recht deutlich. Die
Autofokusleistung liegt mit durchschnittlich
67% auf niedrigem Niveau (39% Phasen-AF, 94% Kontrast-AF). Der Phasenautofokus
konnte sich auch nach mehreren Testläufen zu keinen besseren
Leistungen bewegen lassen.
Konstruktion
Der Hersteller hat das EF
70-300mm wie ein L-Objektiv konstruiert. Sehr stabil gebaut (Metalltubus),
nichts klappriges am Objektiv. Einen Staub- und Spritzwasserschutz
sucht man jedoch vergeblich. Im Gegensatz zur kostengünstigeren
Alternative dem
EF 70-300mm f/4-5,6 IS USM hat es anstatt 8 nur sechs
Blendenlamellen und die Offenblende fängt erst bei f4,5 und nicht
bei f4 an. Positiv zu vermerken ist die nicht drehende Frontlinse. Eingefahren
kann auf 70mm eine Sperre (Lock) aktiviert werden, so dass der Tubus
nicht hinausfahren kann. Das Objektiv hat
einen dreistufigen Bildstabilisator.
Fazit
Das Canon 70-300
f4,5-5,6 DO IS USM
ist ein Objektiv mit hochwertigen Attributen, kann leistungsmässig
aber nicht überzeugen. Wer jedoch ein Reisezoom mit möglichst kleinen
Abmaßen braucht wird hier fündig. Alternativ und wesentlich
günstiger kann das
EF 70-300mm f/4-5,6 IS USMin Betracht gezogen werden. Wer
noch mehr auf Qualität und Leistung Wert legt und nur wenig mehr zu
zahlen bereit ist, für den kann das
EF 70-300mm f/4-5,6L IS USM eine bessere Alternative sein.
Gernot: Mit diesem Objektiv sind meine Sonnenuntergänge leider lila geworden, wobei ich in Blenden und Verschlusszeiten experimentiert habe. Das Ergebnis war immer krass gelb und lila; vielleicht liegt es an den besonderen Linsen, die kein extremes Gegenlicht vertragen ? Kann das Objektiv damit nicht als Reiseobjektiv empfehlen. (11.01.2011, 10:28 Uhr)
Peter Paul Zehner: Qualifans sollten das Ef 100-400 L IS vorziehen, Reisende wie ich freuen sich über ein sehr unauffälliges kurzes 300er mit leisem und präzisem AF (mittlerer Kreuzsensor), ebensolchem Handling dank super Verarbeitung und relativ geringem Gewicht für m.E. exzellente Aufnahmen ohne Filter und immer mit Geli-blende auch zum Schutz. (17.08.2010, 09:06 Uhr)
Peter Paul Zehner: Qualifans sollten das Ef 100-400 L IS vorziehen, Reisende wie ich freuen sich über ein sehr unauffälliges kurzes 300er mit leisem und präzisem AF (mittlerer Kreuzsensor), ebensolchem Handling dank super Verarbeitung und relativ geringem Gewicht für m.E. exzellente Aufnahmen ohne Filter und immer mit Geli-blende auch zum Schutz. (17.08.2010, 11:52 Uhr)
Dietmar: jens wende : mit welcher Kamera? (13.07.2010, 16:27 Uhr)
jens wende: Seit 1 Woche besitze ich die EOS 7D (anstelle 400D)und als erstes habe ich das Objektiv zum Vertragshändler gebracht, um eine Justage vornehmen zu lassen. Schon die schlichten Sensorauflösungen von 10MB und 18MB zeigen den Unterschied; bei der 5DMII mehr als verdoppelt. (11.02.2010, 19:56 Uhr)
Werner Sternath: Bei vielen Einsätzen mir diesem Objektiv auf der EOS5M2 konnte ich keine Schleierbildungen oder ähnliches feststellen, und die Abbildungsleistung entspricht etwa dem schweren Canon Profi Objektiv 28-300.
Ich würde Wonar empfehlen das Objektiv überprüfen zu lassen (16.10.2009, 08:20 Uhr)
wonar: An der 20D waren mit dem 70-300DO IS wirklich gute Ergebnisse zu erzielen. Jetzt bei der 5D MKII fallen die Ergebnisse im Endbereich sehr stark ab. Ab dem mittleren Zoom deutliche und stärker werdende Schleierbildungen, die auch durch Abblenden nicht besser werden. Die deutliche Pixelsteigerung bei der 5DMKII verzeiht keine Objektivfehler. (12.08.2009, 10:56 Uhr)
jens wende: Erfahrungen aus einem Jahr:
- "DO"-Photos im RAW-Format erstellen, um ggf. nachträglich Weißabgleich, Kontrast, Farben und Schärfe an die persönlichen Bedarfe anzupassen
- "DO"-Photos sollten möglichst ohne extrem glitzernde Hintergründe außerhalb des Fokusbereichs erstellt werden
- "DO"-Photos immer mit Lens hood und ohne Filter erstellen
- "DO"-Photos werden gut, wenn Sie dem IS bis zur Aktivierung 1/2 Sekunde Zeit geben, bevor Sie den Auslöser ganz durchdrücken
- "DO"-Photos werden gut (scharf) zwischen f:5,6 (ok), f:6,3-7,1 (prima) und f:8 (klasse) - gilt ja auch für viele andere Teleobjektive
Mir macht das Fotografieren mit dem "DO" immer noch sehr viel Freude. Es ist leicht und schnell und wenn ich den Tubus über ein leichtes Ziehen an der Gegenlichtblende justieren ist es sehr leichtgängig - gewußt wie. Ich hoffe, die Tipps helfen. (11.06.2009, 13:59 Uhr)
Anonym: -Schon bei Offenblende scharf.
-Gut verarbeitet, beinahe L-Qualität.
-Schneller AF, lässt keine Wünsche offen.
-Leichte Einbussen bei der Kontrastdarstellung (Gegenüber Topobjektiven wie 70-200L) (06.04.2009, 14:03 Uhr)
jens wende: Objektiv mit Spaßfaktor!
Seit kurzem fotografiere ich sehr zufrieden mit dem EF 70-300DO IS, obwohl die Meinungen durchaus ambivalent sind.
+ Dieses Teleobjektiv ist ein Leichtgewicht an meiner EOS 400D und zeichnet sich durch einen sehr schnellen und präzisen AF aus.
+ Der Bildstabilisator arbeitet sehr gut und minimert die Notwendigkeit der erforderlichen längeren Belichtung (Anfangsöffnung 4,5).
+ Die Bilder sind nahezu über den gesamten Bereich "knackscharf". Verzeichnungen habe ich bisher auch noch nicht festgestellt; was Testberichte bestätigen.
+ Die so genannten "Flares" sind bei mir bisher nicht aufgetreten. Ich fotografiere allerdings ausschließlich mit Streulichtblende - die ja genau dafür gedacht ist.
+ Der "Hauspreis" meines Photohauses war auch so attraktiv (fast neuwertig), so dass es wirklich rundherum Spaß macht, damit zu fotografieren. Nun freue ich mich schon auf unsere nächste Toskanareise.
- Daran, dass der Tubus schwergängiger ist als bei anderen Objektiven, habe ich mich schnell gewöhnt. (14.06.2008, 20:16 Uhr)
Nicht jedes für Canon ausgewiesene
EF-Objektiv ist mit allen Canon DSLR kompatibel:
Canons EF-S-Objektive (das "S" steht für Short-Back) sind mit allen
Canon EOS-Kameras kompatibel allerdings mit Ausnahme der EOS 5D
(Mark I und II) und der 1D-Modelle. An letztgenannten Modellen können
diese EF-S-Objektive nicht angesetzt werden !
Sigmas Objektive für Canon EOS, die in der
Bezeichnung ein DC ausweisen lassen sich zwar an allen Canon
EOS-Kameras ansetzen, sie erzeugen jedoch idR Weitwinkel-Vignettierungen
an der EOS 5D und 1D-Modellen !
Tamron-Objektive für Canon EOS mit der
Bezeichnung Di II sind an allen Canon EOS-Kameras verwendbar,
erzeugen jedoch idR Weitwinkel-Vignettierungen an der 5D und 1D-Modellen.
Tokina-Objektive für Canon EOS mit der
Bezeichnung DX sind ebenfalls nicht mit EOS 5D und 1D-Modellen
kompatibel (idR Weitwinkel-Vignettierungen).