Verfasst am: 28 Mai 2012 9:20 |
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Hallo Edgar,
wäre eine super Sache, wenn man so einen "Mondspaziergang" mit der Kamera festhalten könnte. Leider gibt es da einige Schwierigkeiten:
1.) die Brennweite für diese Vergrößerung: man braucht entweder ein Teleskop mit entsprechend langer Brennweite (etwa 2 bis 4 Meter) um eine ähnliche Vergrößerung am Chip der Kamera abzubilden oder alternativ:
2.) Okularprojektion: Man versucht mit einem Okular das Mondbild auf den Chip der Kamera zu projezieren. Dazu braucht man dann auch wieder eine passende Vorrichtung, in der man ein passendes Okular einschrauben kann und auf der anderen Seite die Kamera montieren kann.
Mit diesen Mitteln könnten man dann theoretisch arbeiten, man handelt sich aber gleich viele Probleme damit ein:
- Durch die hohe Vergrößerung bzw. lange Brennweite wird das ganze System entsprechend empfindlich auf Erschütterungen reagieren. Jede Störung wird hier quais multipliziert und verschlechtert das Bildergebnis. Mit der Okularprojektion kommt noch ein weiteres Problem daher: Bildfeldkrümmung. Das Okular erzeugt im Normalfall kein ebenes Bildfeld sondern eher sowas ähnliches wie eine Kugelschale. Für das Auge ist das mehr oder weniger egal, ein großer Chip einer DSLR reagiert darauf allerdings nicht sehr zuvorkommend.
- Luftunruhe: Durch die hohe Brennweite werden Störungen durch Luftunruhe viel stärker gewichtet, d.h. man hat hier viel mehr Ausschuss an unscharfen Aufnahmen. Durch "Lucky-Immaging" mit einer Serie von Bildern könnte man dann das beste aussuchen.
- Mit der Okularprojektion sinkt auch die Lichtmenge, die auf dem Chip ankommt. Man muss entsprechend länger belichten oder die ISO hochschrauben. Beide Maßnahmen sind "gefährlich" für eine gute Bildqualität. Lange Belichtungszeiten führen zu Unschärfe durch Luftunruhe, hohe ISO erzeugt zusätzliches Bildrauschen....
Es gibt aber einen Ausweg:
Anstelle der DSLR eine Webcam verwenden

Durch den kleinen Chip der Webcam erhält man automatisch ein größeres Bild des Mondes - das Zauberwort heisst auch hier "Cropfaktor". Der kleine Chip so einer Webcam hat nun mal ein wesentlich geringeres Gesichtsfeld im Vergleich zu einer DSLR (insbesondere Vollformat), sodass auch mit eher bescheidenen Brennweiten Ausschnitte vom Mond in voller Auflösung fotografiert werden können. Die Vorgehensweise ist allerdings eine andere: Man macht ein Video (avi-Datei) vom aufzunehmenden Objekt und erzeugt dann mit spezieller Software ein Bild aus so einer Filmsequenz, wo nur die "besten und schärfsten" Aufnahmen für das Endergebnis verwendet werden. Nicht umsonst werden für Planetenfotografie fast ausschließlich mit Webcams und entsprechender Software fast "Hubble-taugliche" Ergebnisse erzielt....
LG Walter