Verfasst am: 22 Dez 2011 22:22 |
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Hallo Walter,
Danke für Dein Feedback. Es ist – ich gebe es gerne zu – ein sehr seltsames Problem, das ich da schildere. Aber ich gehe gerne in die Tiefe, um bestimmte Prinzipien zu verstehen, dann erschließt sich auch vieles andere.
Du meinst
| Die perspektivisch korrekte Darstellung eines Kreises als Oval im Randbereich hast Du erkannt und beschrieben. |
Ich denke, eigentlich nicht. Ich habe die Kugel und das Ei beschrieben. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass die Verzerrung -- zumindest im theoretischen Idealfall -- erst mit der Tiefenstaffelung dazukommt und nicht für eine Ebene, also "Kreis und Oval" gilt. Im Idealfall sollte das Abbild einer Ebene unabhängig vom Bildwinkel auf dem Film/Chip nach den Gesetzen der Spiegelgeometrie unverzerrt dargestellt sein: Kreis bleibt Kreis und Rechteck bleibt Rechteck.
Logischerweise folgerst Du aus dem oben zitierten Satz:
| Die Quadrate im Randbereich werden also als Rechtecke aufgezeichnet. |
Ich denke, das stimmt nicht ganz. Ab welcher Brennweite oder ab welchem Bildwinkel sollte das denn sein? Wenn am Bildrand aus den Quadraten Rechtecke werden, werden es dann liegende oder stehende Rechtecke? Würden sie nur in einer Richtung verzerrt, hätten wir einen optischen Abbildungsfehler. Wenn sie in beide Richtungen gleich verzerrt würden, dann wäre die Folge eine ein tonnen- oder kissenförmige Verzeichnung, im Extremfall wie bei einem Fisheye. Gut korrigierte Objektive sollten eben keine solche Verzeichnung haben. Und mein altes SuperAngulon 5,6/58mm XL für die Linhof mit einem Bildwinkel bis 120° hatte die auch kaum. Im Reprobereich (Druckvorlagen bis DIN A3 und größer) gibt/gab es durchaus hoch korrigierte Weitwinkelobjektive, die selbstverständlich plane Vorlagen entsprechend exakt und unverzerrt wiedergeben/gaben.
Fazit: Es stimmt schon, je größer der Bildwinkel, desto stärker wird ein dreidimensionaler Gegenstand "perspektivisch übertrieben", man kann auch sagen, "verzerrt" dargestellt. Oder wie Wikipedia sagt:
| Objekte nahe dem Bildrand werden verzerrt abgebildet: Sie sind in radialer Richtung gestreckt. Stehende Personen am seitlichen Bildrand erscheinen deshalb dicker, als sie sind, und bekommen „Eierköpfe“. |
Es kommt immer darauf an, was man fotografiert, denn man kann auch mit einem Fisheye, das ja eigentlich immer verzerrt, Dinge fotografieren, die dann überhaupt nicht verzerrt aussehen. Das stimmt doch, oder? Und wer Repros mit einem KB-SuperWW macht, dem ist eh nicht zu helfen.
Dionys