ein Report von Stefan Gross

Teil 5: Montierung optimieren

 

Sobald die Montierung laut Bedienungsanleitung zusammengebaut wurde, bietet es sich an, das ganze ein wenig zu optimieren. So solide und technisch ausgefeilt die Montierung auf den Astro-Einsteiger wirken mag, auffällig störend ist nicht nur das klebrige Schmierfett, das sich unangenehm beim Handling mit der Technik bemerkbar macht, auch die Gängigkeit sollte insgesamt verbessert werden, damit in der Praxis der Einsatz reibungslos funktioniert.

Nebenbei machen Sie sich bei der Procedure auch mit der Gerätschaft vertraut, was den späteren Umgang deutlich erleichtert.

Da insbesondere der Einsteiger mit vielen neuen Begriffen schnell überfordert wird, sollen die Optimierungsschritte hier weitgehend visuell vermittelt werden.

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das Klebefett austauschen
die Gängigkeit optimieren
die Montierung ausbalancieren

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das Klebefett austauschen

Die Montierung hat vier Achsen, die natürlich jeweils mit dem Klebefett eingeschmiert sind. Das soll Schritt für Schritt ausgetauscht werden. Dafür müssen die Schneckengänge freigelegt werden, um an die Zahnräder heranzukommen.

Als Austausch-Fett empfiehlt sich ein Universalfett, das im Heimbereich z.B. für Kettenpflege etc. verwendet werden kann.

Ein alter Lappen sollte für das Entfernen des alten Klebfettes zur Verfügung stehen.

Welche Schrauben wo gelöst werden müssen, zeigen die nächsten Steps:

1. Die Basisachse

Das Stativ wird angehoben, um auf der Unterseite die grosse Mutter zu lösen, anschliessend lässt sich die Montierung aus der Basis heben und die Plattform liegt frei.

1a) Die Mutter wird gelöst

1b) die Basis wird vom Klebfett entfernt und anschliessend mit dem Universalfett geschmiert.

2. Die Polachse

Diese Achse wird für Planeten oder den Mond laufend nachreguliert und sollte daher reibungslos funktionieren

2a) Nach Lösen der Mutter wird die Metallhülse mit einem Schraubenzieher herausgezogen

2b) Die Achse lässt sich jetzt herausheben und innen einfetten. Das sollte dann auch mit der Aussenseite der herausgezogenen Metallhülse geschehen.

3. + 4. Die Stunden- und Deklinationsachse

Die Gewindeverkleidung und Mechanik von Stunden- und Deklinationsachse sind praktisch baugleich, daher hier eine zusammenfassende Beschreibung

3a) Die Schrauben auf der Metallhalteplatte werden mit dem 8'er Schraubenzieher aufgedreht und herausgezogen. Das Schneckengehäuse fällt nun lose herunter.

3b) Schneckengehäuse und auch Zahnrad in der Montierung werden gesäubert und neu gefettet.

4a) Die gleiche Procedure wiederholt sich für die Deklinationsachse.

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die Gängigkeit optimieren

Nicht nur, wenn die Montierung mit einem elektrischen Nachführmotor zusätzlich ausgerüstet werden soll ist eine gute Gängigkeit ein wichtiger Punkt - es ist auch manuell deutlich angenehmer, wenn Stunden- und Deklinationsachse leicht laufen ohne dabei Lenkspiel zu haben. Zusätzlich lässt sich auch der Okularhalter am Tubus optimieren.

1a) Die äussere Fixiermutter am Schneckengehäuse der Stun-denachse wird mit dem 17'er-Schraubenschlüsse abge-nommen. Nach dem folgenden Schritt 1b) wird sie dann wieder fest aufgeschraubt.

1b) das innen liegende Schraubgewinde wird zunächst mit einem Schraubenzieher gelöst und anschliessend von Hand angezogen. Die Handfestigkeit reicht völlig aus. Wiederholen Sie die Schritte 1a) + 1b) für die Deklinationsachse.

2) Um den Okularstutzen optimal lauffähig zu machen, wird mit einem Kreuzschlichtschrauben-zieher an der Unterseite die Gängigkeit nachjustiert.

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Die Montierung ausbalancieren

Die Lidl-Montierung arbeitet mit einem Gegengewicht, um es durch die Zugkraft immer wieder in Nullstellung bringen zu können. Das funktioniert aber nur, wenn Teleskop und Gegengewicht optimal austariert werden. Betreiben Sie Astrofotografie, so setzen Sie die Kamera an, um praxisnahe Gewichtsverhältnisse herzustellen (Vorsicht, dass sich die Kamera durch die aussergewöhnlichen Montagepositionen nicht aus der Halterung löst !)

a) zunächst wird die Montierung in die Nullstellung an der Polachse gebracht und die Fixierschraube 1 gelöst. Entfernen Sie ggf. vorher die lange biegsame Welle.

b) Die Stundenachse wird in die Waagerechte ge-dreht und das Kontergewicht so lange verschoben, bis die Balance erreicht ist. Bringen Sie anschlies-send die Montierung wieder in die Senkrechte und drehen die Fixierschraube 1 fest.


 


 

c) für die Deklinationsachse wird zunächst die Fixierschraube 2 gelöst und die Achse in die Waagerechte gebracht. Anschliessend wird die Tubushalterung geöffnet.

d) Verschieben Sie den Tubus solange, bis auch hier die Balance hergestellt ist. Mit angesetzter Kamera wird dies regelmässig am Sucherfernrohansatz sein. Anschliessend wird die Achse wieder in die Senk-rechte gebracht und die Fixierschraube festgedreht.

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Weiterführende Links

- weitere Optimierungsinformationen finden sich auch auf der Website von Thomas Brüll
- ein Traumflieger-Fotoworkshop zur Mondfotografie findet sich hier
- Diskussionen zur Astrofotografie mit Canon-DSLR hier im Forum

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Leserkommentare:

Derzeit sind hier 23 Kommentare vorhanden:
 

Sakas: Was damit geht sieht man zum Beispiel da:

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/1168474/display/12828443
(08.02.2009, 01:01 Uhr)

norm: hallo
ist das TELESKOP SKYLUX 35 x - 175 x das von dir verwendete Teleskop? bedeutet das = 70/700mm??
oder sind das zwei verschiedene.

habe dein Buch zur eos 40d und hab deinen astrofoto Artikel darin gelesen....dachte gleich DAS MUSS ICH MACHEN^^

mfg
(16.12.2008, 22:49 Uhr)

Johnny: Hallo Stefan,
echt super Seite!
Zwei Frage zum Teleskop-Adapter.
1. Kann ich auch ein schmäleres, als das 4cm Rohr verwenden?
2. Kann man eine normale SLR für den Teleskop-Adapter verwenden.

Eine frage zu Teleskop Typ.
Sagt dir dieser Teleskop Typ "Astronomical Telescope 60700" etwas?
Wenn nicht, macht nichts egal.

Danke für alles,
Johnny
(13.03.2008, 15:50 Uhr)

Lars: Hi Aykut,

Also wenn du nicht Unterwegs bist also Aufnahmen in der nähe von einem Strohmanschluss machst, emfehle ich dir nen Halogen-Baustraheler mit etwa 200W, damit arbeite ich und bekomme gute Lichtverhältnisse.

Ich hab aber auch noch mal ne Frage, ich wollte mir die Sputnik für meine gute alte Canon AT-1 bauen, muss ich dabei irgendwas spezielles beachten?

Danke,
Gru0 Lars
(20.01.2008, 15:21 Uhr)

Aykut: Hallo Stefan
habe mir jetzt das Soligor RT 1000 3.7"( freie Öffnung: 93mm Brennweite: 1000mm )zugelegt
es mus doch irgendwie gehen das mann dieses teil ähnlich wie (EF 180mm f/3.5L Macro Ultrasonic ) als Macro einsetzen kann.
habe schon probiert dein sputnik adapter (mit 20cm länge ohne okular )einzusetzen binn auf etwa 4 meter mindest distanz gekommen
das foto war ach garnicht so schlecht
mein problem ist der blitz
was kann ich machen das ich genug licht habe
Danke in forraus
Aykut cava
(20.10.2007, 00:37 Uhr)

Aykut: Ok Sorry habe mich fileicht falsch ausgedrükt ich meinte natürlich nahaufnahmen und nicht gleich macro !? das were fileicht etwas übertrieben
:)
(04.08.2007, 16:47 Uhr)

Aykut: Nochmal eine frage zum thema teleskop
hast du schon mal probiert mit so einem teil macro fotos zu machen
fileicht auf etwa 20 bis 30 meter (oder weiter)
geht das ?
Nochmals danke
(31.07.2007, 16:11 Uhr)

Stefan_tf: @Aykut: ich selbst habe ein weiteres Teleskop (Zeiss AS 1200), mit dem sich eine erheblich bessere Qualität erzielen lässt - Kostete bei Ebay etwa 600 Euro. Ob sich ähnliches in der 300-400 Euro-Preisklasse finde, kann ich pauschal nicht beantworten.

viele Grüsse
Stefan
(30.07.2007, 19:21 Uhr)

Aykut: Hallo Stefan, erstmal danke für al das wissen was man wo anders nie finden würde , Mich würde interesieren ob mann mit einem teleskop um etwa ( 300- 400 € ) bessere photo qualitet erziehlen könnte oder ob es in etwa gleich bleibt das es sich nicht lohnt (auf dem Feld oder planeten fotografie )
meine camera = eos 400D

Danke in forraus
MfG Aykut Cava
(30.07.2007, 15:56 Uhr)

Michael Mayer: Hi

Ich weiß nicht ob der Selbstbauadapter auch für ein 2,4 cm Okular geeignet ist so ein Teleskop besitze ich nämlich.

Danke im voraus

MfG Michael Mayer
(25.04.2007, 19:26 Uhr)

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