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home - Fototechnik - Leserbriefe - Leserbriefe 03/2009 |
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Autofokus im Kontrastverfahren besser ? (28.3.)Hallo Herr "Traumflieger",
nach Ihrem Test der 5D MK2 habe ich ein Anliegen/Anfrage, bei der mir bisher
niemand helfen konnte (auch nicht Canon in Willich).
Die Erfahrung machte ich bei fast allen Vergleichsaufnahmen im LiveModus
gegen Sucher (einfache Motive wie Kirchturmuhr oder Textschilder), sowohl bei
Freihand als auch bei Stativaufnahmen), speziell mit dem Kit-Objektiv 24-105
aber auch beim 70-300 mm oder 2.0/135 mm.
mittlerweile sind ja die zwei grundverschiedenen Autofokusbetriebsarten "Phasendetektion" und "Kontrast" an den neueren DSLR verfügbar. Der klassische Autofokusbetrieb nutzt spezielle Mess-Sensoren, die unten im Gehäuse montiert sind. Dieser phasendetektierende Autofokus steuert das Motiv direkt an und nutzt u.a. mathematische Verfahren und Separator-Linsen. Er setzt jedoch stillschweigend eine sehr exakte Kalibierierung voraus. Unter anderem muss der Spiegelabstand exakt der Entfernung zum Sensor entsprechen und die Mikro- oder Ultraschallmotoren der Objektive müssen mechanisch ebenfalls 100% genau arbeiten. Kommt es hier zu minimalen Toleranzen, wird der Autofokus nicht mehr perfekt in der Schärfenebene treffen. Zum Leidwesen der Kamerahersteller können Anwender mittlerweile auch kleinste Mängel am Computermonitor durch Ausschnittsvergrösserung identifizieren. Die zweite Betriebsart greift nur während der Live-View und nutzt - wie Sie erwähnen - den Bildsensor, um kontrastbasiert durch Vor- und Zurückpumpen die grösste Schärfe nach der Trial- and Error-Methode zu ermitteln (je höher der Kontrast, umso mehr Schärfe). Die Fehlerquote ist hier geringer, da dieses AF-System ja mehrere Anläufe nimmt, bis es die beste Schärfe ermittelt hat. Diese Möglichkeit fehlt dem phasenbasierten Autofokus. Wir haben bisher an 19 Objektiven beide AF-Systeme mit der Canon 5D Mark II getestet. Ingesamt ergibt sich danach eine Quote von 75% im klassischen, phasenbasierten AF-Betrieb. Wohingegen 90% der manuell, optimal ermittelbaren Schärfe im kontrastbasierten "Live-AF"-Betrieb ein besseres Ergebnis ausweist. Insoweit stimmen wir mit Ihrer Erfahrung überein (eine Aufwandentschädigung erübrigt sich, auch für uns sind die Testergebnisse sehr interessant). Es gibt allerdings sowohl unter den Herstellern als auch in gewissen Objektivklassen teils signifikante Unterschiede, die der untenstehenden Tabelle entnehmbar sind. Sie wird laufend erweitert und kann daher später andere Wert ausweisen. freundliche Grüsse Stefan Gross
100% = optimale Auflösung, die sich manuell am jeweiligen Objektiv erzielen lässt Hinweise zum Testverfahren finden sich hier
Hallo Herr Lange,
Ihr 580 Speedlite - wie auch alle anderen ETTL-fähigen Blitzgeräte Sie aktivieren in dem Individualparameter 7 die sogenannte Spiegelvorauslösung (auch als Spiegelverriegelung bezeichnet), die den internen Schwingspiegel oben im Sucherkasten arretiert, um Erschütterungen durch Spiegelschlag zu vermeiden. Setzen Sie jetzt Blitzlicht wie Ihren ETTL-fähigen 580 EXII-Kompaktblitz ein, dann darf der Spiegel eigentlich nicht nach oben geschwenkt sein, weil an ihm ein Hinterspiegel montiert ist, der die Mess-Sensoren in Normalstellung für die Blitzlichtmessung bedienen muss. Canon löst das Problem bei aktivierter Spiegelvorauslösng daher so, dass zunächst der Messblitz ausgesendet wird, bevor der Schwingspiegel nach oben klappt. Jetzt kann die Kamera die korrekte Blitzbelichtung ermitteln. Ein zweites Mal blitzt es für die eigentliche Belichtung. Das Verhalten ist daher normal und kein Defekt an Ihrer 350D. Sie können den Messblitz übrigens auch jederzeit bei aktivem Blitzgerät durch Druck auf die Sterntaste auslösen. Dann blitzt es auch während der Spiegelvorauslösung nur einmal. Alternativ lässt sich das Speedlite auch im Programm-Modus "M" betreiben, dann wird kein Messblitz ausgesendet. Die Spiegelvorauslösung ist bei Blitzlichteinsatz idR nur sinnvoll, wenn das Blitzlicht nicht zur Hauptlichtquelle wird und noch relativ viel Umgebungslicht eingefangen wird. Ansonsten friert Blitzlicht von sich aus schon Bewegungen bzw. Erschütterungen durch die sehr kurze Abbrennzeit ein. Die SVA ist im Regelfall auch nur mit längeren Brennweiten oberhalb von 100mm (oder Makroobjektiven) und bei Belichtungszeiten länger als 1/100 Sek. vom Stativ aus sinnvoll. freundliche Grüsse Stefan Gross
Hallo Stefan,
umgebogene PINs kann man idR noch recht gut mit einer langen Pinzette bzw. einem
dünnen Schraubenzieher geradebiegen. Würde ich einmal vorsichtig versuchen.
viele Grüsse
Hallo Stefan, es gibt in der Tat praktisch keine Ausgabegeräte, die mit RAW-Dateien nativ umgehen können. Standard im Consumer-Bereich sind 8Bit und idR JPEG-Dateien im sRGB-Farbraum. Das RAW-Format bietet mittlerweile jedoch 14Bit und muss daher im RAW-Konverter entwickelt werden, damit es überhaupt darstellbar wird. Wozu also RAW ? Es geht dabei um die internen Rechenprozesse, die vor der eigentlichen Ausgabe zu geringeren Rundungsdifferenzen führen. Klassisches Beispiel sind Tonwertkorrekturen, um ein Bild nachträglich kontrastreicher erscheinen zu lassen. Würde man sie mit 8Bit an einem JPEG durchführen, dann treten Treppenstufen oder Säume auf, die in Farbverläufen sichtbar werden können (siehe Bildbeispiel unten). Das gleiche passiert z.B., wenn man nachträglich einen Hintergrund weichzeichnet (z.B. mit dem Gaußschen Weichzeichner). Geht in 8Bit manchmal, oft sind 14 bzw. 16-Bit viel besser. Zudem sind ausbrennende Lichter oder zeichnungslose Dunkelfelder mit mehr Bits im RAW-Format noch rekonstruierbar, während 8-Bit weniger ausdifferenziert wird. Man muss die RAW-Datei jedoch erst noch so aufbereiten (mappen), damit sie an den 8-Bit-Ausgabegeräte darstellbar sind. Um es auf einen Nenner zu bringen: du siehst stets 8-Bit (bzw. im Ausdruck oft nur 4-5 Bit) am Ausgabegerät, selbst wenn man RAW-Dateien im RAW-Konverter betrachtet. Für Bildoptimierungsarbeiten bieten RAW-Dateien allerdings stets die bessere Datenbasis, so dass nach der Bildbearbeitung auch am 8-Bit-Ausgaberät Vorteile erkennbar werden. Wird prinzipiell keine Bildoptimierung durchgeführt, kann man jedoch auch ohne weiteres auf RAW-Dateien verzichten. Ich selbst nutze JPEG meist im Studio, wo ich die Lichtsituation schon soweit voroptimieren kann, dass die Ergebnisse wunschgemäss ausfallen. Draussen kommt regelmässig RAW zur Anwendung. viele Grüsse
Hallo,
Bis ca. 85mm Brennweite waren die
Belichtungszeiten meistens ok. Bei 105mm (Crop 168mm) stellte die Kamera immer
nur ein 1/125 Sek. ein. Auf Grund dessen habe ich die Belichtungszeit auf 1/200
Sek. verkürzt. Jetzt waren alle Aufnahmen einwandfrei. Als Vorgabe habe ich
folgende Einstellung benutzt: Programm P oder AV, Auto Iso (200-800 Iso). Ein
Anruf bei Canon in Willich brachte auch nur ein Kreisgespräch mit folgendem
Kommentar: Alle Brennweiten umrechnen und Programm TV benutzen. Im Augenblick
bin ich ein wenig ratlos, ist die Kamera tatsächlich dejustiert und sollte aus
diesem Grund zur Überprüfung nach Canon geschickt werden. Wie mir von Canon
weiter mitgeteilt wurde, gibt es für die 1000D kein Firmware update. Hallo B., Das Programm P (auch die Vollautomatik) setzt stillschweigend die sogenannte Faustformel voraus, nach der Aufnahmen aus der Hand dann unverwackelt durchführbar sind, solange der Kehrwert der Brennweite in Sekunden nicht überschritten wird. Sprich bei 105mm würde 1/105 sek. theoretisch zu keinen Verwacklern mehr führen. Canon rundet den Wert jedoch, so dass 1/125s meist bei 105mm angewendet wird. Diese Faustformel kommt auch stets bei AUTO-ISO zur Anwendung (dann auch beim Programm AV). Bei der Faustformel handelt es sich jedoch nur um einen ungefähren Erfahrungswert, der nicht immer zu unverwackelten Bildern führt. Man braucht dafür schon relativ ruhige Hände/Arme. Zudem führt der vergleichsweise kleine Sensor der 1000D bzw. auch der übrigen 2-3stelligen Canon DSLR zum sogenannten Verlängerungsfaktor, der Verwackler um den Faktor von 1,6 verstärkt. Insofern ist Ihre 1/200 Sek. bei 105mm schon recht passend für die 1000D, ich konnte jedoch mit ihr bei 105mm auch mit 1/60 Sek. noch scharf aus der Hand fotografieren, wenn ich langsam ausatme und währenddessen eine ruhige Phase erwische. Andererseits gelang es mir jedoch auch nicht immer, mit 1/125 Sek. scharf aus der Hand abzulichten (siehe Bildbeispiele unten). Am besten wirkt noch ein Bildstabilisator, dann kann man auch mit der Faustformel regelmässig unverwackelt aufnehmen. Den Tipp von Canon Willich würde ich im Prinzip unterstreichen. Bei permanenten Schärfeproblemen aus der Hand dann am besten im Programm TV eine Zeit einstellen, die zu keinen individuellen Verwacklern mehr führt (bei 105mm dann 1/200s, bei 50mm 1/100s etc.). Oder Sie verwenden das Programm AV und stellen eine Blende bzw. auch einen ISO-Wert ein, der zu einer entsprechend kurzen Zeit führt (AUTO-ISO dort vermeiden). Um Ihre letzte Frage zu beantworten: Ihre 1000D ist nicht dejustiert, Ihr Problem zeigt nur, dass die von der Kamera verwendete Faustformel (die auch bei allen anderen Canon-DSLR bei AUTO-ISO oder im Programm P verwendet wird) eben leider nicht immer zu scharfen Bildern aus der Hand führt.
freundliche Grüsse
kabellos blitzen mit älterem Canon Speedlite ? (23.3.)
Hallo Stefan. Ich bin ein großer Fan deiner Arbeit. Super Homepage und deine
Bücher sind auch sehr hilfreich. Ich besitze eine
Canon eos 450d und habe mir vor kurzem ein Canon Blitzgerät zugelegt. Es handelt
sich hierbei um das Canon 380ex. Meine Frage ist, da das Blitzgerät keine
eingebaute Slavefunktion hat, ob ich das Gerät irgendwie slavefähig machen kann?
Ginge dies eventuell mit dem Funk-Blitzauslöser (Sender + Empfänger im Set) auf
deinem Shop? Oder doch nur mit einem Kabel? Ich würde mich über eine Antwort von
dir auf meine Frage riesig freuen. Mit freundlichen
Grüßen Maximilian S.
ja kein Problem,
du kannst mit dem
4-Kanal-Funkblitzauslöser-Set dein Speedlite kabellos auslösen. Die
Blitzlichtstärke solltest du dann aber ggf. manuell am Blitz (Modus M)
oder durch entsprechende Kamerawerte (z.B. ISO-Wert ändern)
korrigieren,
denn via Funk gibt es derzeit keine Unterstützung der ETTL-Technologie.
Möchtest du ETTL nutzen - sprich der Blitz wird schon weitgehend zutreffend
von der Kamera eingestellt - bräuchtest du schon ein sogenanntes "Camera
Off-Shoe-Cord"-Kabel. Ich selbst nutze allerdings gerne die Funklösung, da sie
eine grössere Reichweite gegenüber klassischen Master-Slave-Kombinationen
(läuft via IR-Auslöser wie dem ST-E2-Transmitter) hat und die nötige
Blitzhelligkeit meist mit einem oder zwei Versuchen eingestellt ist und idR
dann für alle weiteren Auslösungen vor Ort passt. freundliche
Grüsse Stefan G.
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