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home - Fototechnik - Kameravergleich - EOS 5D Mark III, Teil 2 - Autofokus |
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Canon verwendet einen überarbeiteten CMOS-Bildsensor, der zwar nominell gegenüber dem Vorgänger einen nur geringen Auflösungszuwachs von 21 auf 22,1 Megapixel bietet, aber einige Optimierungen aufweist. Dazu gehören Mikrolinsen, die lückenlos die Fotodioden abdecken und so mehr Licht verwerten können. Canon spricht auch davon, dass Moiré-Effekte und Fehlfarben durch Signaloptimierungen vor allem im Videobetrieb verbessert sind.
Wie oben zu sehen, zeigt sich im RAW-Format ein minimaler Auflösungsunterschied zu Gunsten der 5D². Vermutlich ist er dem neuen Antialising-Filter der 5D³ geschuldet. Unsere Messung im RAW-Format mit dem Testchart (siehe unten) ergibt eine durchschnittliche Linienauflösung von 2.420 Linien während die 5D² auf 2.596 kommt. In der Praxis dürfte der Unterschied kaum eine Rolle spielen, da er sich leicht durch etwas erhöhte Schärfeparameter angleichen lässt; dennoch ist er nachweisbar und kann sich bei sehr kritischen Motiven zeigen. Canons hauseigener RAW-Konverter Digital Photo Professional wurde wegen Zeitnot (Konkurrenzdruck durch die Nikon D800?) in der Auslieferversion 3.10.11 nicht optimal abgestimmt und zeichnet zu weich. Offenbar um Rauschprobleme hoher ISO-Werte im RAW-Format zu kaschieren, mit denen sich nichtmal der kamerainterne Level der JPEG-Engine und schon garnicht das Niveau der Mark2-RAW-Entwicklung erreichen lässt. Mittlerweile hat Canon ein Update bereitgestellt. Erfreulich, dass die Mark 3 auch schon mit Adobeprodukten arbeitet und in Photoshop (ACR 6.7) und auch mit Lightroom 4.1 genutzt werden kann (derzeit noch r.c.-Status). Andere RAW-Konverter werden sicher bald folgen.
ISO-Rauschen Beim ISO-Rauschen stellt Canon eine spürbare Verbesserung in Aussicht, allein der erhöhten Werte wegen. Die 5D³ bietet jetzt einen Normbereich von ISO 100 - 25.600 und erweitert von 50 bis 102.400. Zwei Stufen empfindlicher als der Vorgänger. Ein analoger Vorsprung findet sich auch in JPEG-Aufnahmen, die in höheren ISO-Bereichen deutlich rauschärmer bei gutem Detailerhalt aus der Mark III rauskommen. Beim wichtigeren RAW-Format haben wir mit Adobe Camera RAW näher hingesehen. Und hier ist insgesamt keine signifikante Verbesserung beim ISO-Rauschen auszumachen. Die RAW-Rauschwerte (Dateigrösse eines Graukartenabschnitts) liegen an der 5D³ im Schnitt von ISO 50 - 25.600 bei 37kb, während die 5D² hier mit 36kb minimal besser abschneidet. In der Praxis also kein Unterschied. Partielle Verbesserungen sind in den extremeren Werten zu erkennen wie z.B. eine etwas bessere Anmutung bei 25.600 (5D³ gegenüber 5D²) oder bei 102.400 gegenüber der 1D IV.
Ein Outdoor-Beispiel bei ISO 1.600 soll nachfolgend untermauern, dass an der 5D³ ein praktisch identisches Rauschniveau im Vergleich zum Vorgänger erreicht wird.
Die Mark 3 bietet also wenig neues in Sachen ISO-Rauschen und erreicht damit - positiv formuliert - immerhin das sehr gute Rauschniveau des Vorgängers. Zumindest im RAW-Format. Bei JPEGs verbucht sie klare Vorteile. Hier sind die kamerainternen Algorithmen offenbar stark optimiert worden. Das zeigt sich vor allem in hohen ISO-Bereichen, die am Vorgänger das Rauschen schlichtweg glattbügeln und gleichzeitig auch die Detailzeichnung weichspülen. Die 5D³ bereitet hier Feinstruckturen detaillierter auf und kann dennoch Flächen weitgehend sauber entrauschen.
In hohen ISO-Wertregionen können JPEGs damit an der 5D³ eine erstzunehmende Alternative zum RAW-Format sein, zumindest wenn man das Nachschärfungs-Rauschniveau einem Automatismus überlassen möchte.
Für AUTO-ISO kann an der 5D³ jetzt optional auch eine minimale Belichtungszeit definiert werden [Auto, 1/250 - 1Sek in 1EV-Schritten]. Wird 1/250s hinterlegt, können im Weitwinkelbereich noch Bewegungen scharf eingefangen werden. Priorität hat auch hier eine korrekte Belichtung sonst wird der Wert überschrieben. Insgesamt bieten die neuen Auto-ISO-Parameter Raum für kreative Ideen und können in der Praxis entstressen. Zu untersuchen bleibt allerdings, wie sich die Parameter im Zusammenspiel mit verschiedenen Automatismen verhalten und welche Vorteile sich z.B. für Actionaufnahmen im Telebereich ergeben. Details dazu werden wir dann im Rahmen des Kamerabuchs zur 5D Mark III veröffentlichen.
Die Serienbildgeschwindigkeit wurde an der 5D³ auf 6 Bilder/Sek. gesteigert. Der Vorgänger bot hier nur recht magere 3,9 B/Sek. Dieser Zugewinn wird massgeblich durch einen modernisierten Signalprozessor DIGIC 5+ erreicht, der eine 17fache Rechenleistung gegenüber dem DIGIC 4 (EOS 5D²) bieten soll. Ergänzend wurde die Anzahl der Kanäle verdoppelt, die jetzt mit 2 x 4 Datenpipelines den Ausleseverstärker bedienen.
Die angegebene Serienbildleistung konnten wir verifizieren. Laut unserer Messung ergibt sich ein Schnitt von 6,1 Bilder/Sek. Gehalten wird die Geschwindigkeit für bis zu 19 RAW-Aufnahmen, bevor der interne Puffer gefüllt ist und die Bilddaten auf die Speicherkarte geschrieben werden. Die 5D² steht dem allerdings kaum nach und kann in unserem Test immerhin auch 17 RAWs in Folge puffern. Dann dauert es sowohl an der 5D³ als auch dem Vorgänger - schnelle Karten vorausgesetzt - rund 5 bis 7 Sekunden, bis die Bilder abgelegt und die volle Serienbildleistung wieder zur Verfügung steht. Die 5D³ muss allerdings ein etwas höheres Volumen bewältigen und kann JPEG-Bilder an schnellen CF-Karten praktisch unbegrenzt ohne Geschwindigkeitsverlust aufzeichnen. UDMA-Mode7-Karten sind derzeit noch nicht mit der maximalen Rate von 167MB/Sek. verfügbar, versprechen aber einen Leistungszuwachs mit nochmals kürzeren Wartezeiten (auch an der 5D² mit Firmwareupdate). Wird das zweite Kartenfach an der 5D³ genutzt, dann bleibt es natürlich bei 6 B/Sek. aber der Speichervorgang ist ggf. wesentlich langsamer. Wartezeiten von 17 Sek. bei Nutzung des RAW-Formats sind die derzeit kürzeste Spanne, die sich der Anwender gedulden muss, bevor die volle Leistung wieder bereit steht. Diese Wartezeit gilt auch für schnelle SD-Karten wie z.B. eine Sandisk 45MB/Sek. bzw. mit 95MB/Sek., die daher keine Performance-Vorteile an der 5D³ bieten (max. 23 MB/s). Mehr Infos finden Sie in unserem Speicherkarten-Test. verkürzte Auslöseverzögerung Die Auslöseverzögerung soll an der 5D III lt. Herstellerangaben auf 59 Millisekunden reduziert worden sein, ohne jedoch Angaben zum Vorgänger zu machen. Bei unseren Untersuchungen (siehe Mitgliederreport) konnte am Vorgänger eine Verzögerung ausserhalb der Liveview von 95ms gemessen werden. Das wäre also eine beachtliche Verbesserung von rund 40%, die sich vor allem an schnell bewegten Motiven auszahlt. Auch hier konnten wir der Herstellerangabe folgen und eine entsprechend reduzierte Verzögerung an der 5D³ messen. Nutzt man allerdings die Liveview, bleibt es an der Neuen wie gehabt bei einer Verzögerung von rund 140ms. Allerdings ist die Dunkelphase kürzer geworden, das Livebild ist nach rund 0,9Sek. wieder verfügbar während man am Vorgänger eine Idee länger warten muss.
Die 5D III bietet eine verbesserte Belichtungsmessung, erweitert die Parameter zur Belichtungsstufen-Korrektur und bietet stark optimierte HDR-Möglichkeiten. iFCL-Belichtungsmessung Canon führt an der 5D III das schon in der 7D verbaute iFCL-Belichtungs-Messsystem ("intelligent Focus Colour Luminance") ein. Der Hersteller weist darauf hin, dass sowohl die Belichtungsmessung, Farbtreue aber auch der Autofokus davon gleichermassen profitieren. Dafür greift der Sensor auf eine Matrix von 63 Feldern zu, die vor allem zu einer konsistenteren Belichtungsmessung führen sollen (vormals 35 Felder). Autofokusfelder und Belichtungsmessung sind nach wie vor miteinander gekoppelt, zumindest wenn die Mehrfeldmessung gewählt wird. Stimmt die Belichtung profitiert davon daher auch das Autofokussystem. Durch zwei Farbfilter kann der am Vorgänger nur Helligkeitswerte detektierende Belichtungsmess-Sensor Farben erkennen und so Überbelichtungen bei hauptsächlich roten Motiven aber auch konstante Fokusprobleme unter Kunstlicht entgegenwirken. In unserem Test können wir an der 5D³ tatsächlich auch einen leichten Vorteil nachweisen, wie unten an einem roten Porsche zu sehen.
erweiterte Belichtungsstufen-Korrektur Der Vorgänger war noch mit der mageren Belichtungsstufen-Korrektur auf +-2 EV beschränkt, die an der Mark III im Fotomodus endlich auf aktuelle +-5EV erweitert ist. Dadurch ergeben sich immer dann Vorteile, wenn hohe Lichtkontraste angemessen oder problematische Objektive genutzt werden expandierte Reihenbelichtung Bei hohen Kontrasten reicht die dreistufige Belichtungsreihenautomatik (AEB) des Vorgängers mit max 2EV Spreizwert nicht immer aus. Hier muss man selbst tagsüber bei sonnigem Himmel und schattigem Untergrund manchmal passen oder hoffen, durch eine 4. im RAW-Konverter künstlich generierte Aufnahme weiterzukommen. Nicht nur Nachtfotografen sondern auch Panorama-Entwickler stossen hier schnell an die Grenzen. Umso erfreulicher ist es, dass an der Mark III jetzt 5 oder 7 Aufnahmen automatisch ausgeführt werden und damit auch extreme Kontraste beherrschbar sind. Zusätzlich ist auch der maximale Spreizwert von vormals 2 auf 3EV erhöht worden. Ähnlich wie beim Autofokus übernimmt die 5D³ damit ein Feature der 1D-Klasse. interne HDR-Funktion
Die Mark III bietet eine bei Canon DSLR neu eingeführte, interne
HDR-Entwicklung. Bereits in der Powershot G12 ist eine allerdings sehr
abgespeckte HDR-Funktion zu finden, die drei Bilder mit einem Spreizwert
von maximal +-1EV anbietet und damit ziemlich witzlos ist. Einfach weil
der Zugewinn zu gering ausfällt. Im Gegensatz
dazu kann die HDR-Funktion der 5D³ - wie bei der AEB-Reihe -
Spreizwerte von bis zu +-3EV nutzen und so einen Kontrast von bis zu 14
Blendenstufen verarbeiten.
Geboten werden mit "Natürlich, Standard, Gesättigt, Markant und Prägung" fünf verschiedene Entwicklungsvarianten. Während die ersten beiden Stile einem natürlichen Seheindruck nahezukommen versuchen, sind die letzten 3 Stile kreativer ausgelegt, können dabei aber befremdlich oder gar kitischig ausfallen. Man kann auch RAW-Bilder zur HDR-Verrechnung benutzen und diese behalten. Die Kamera erzeugt dann ein zum HDR verrechnetes 4. Bild und speichert es als JPEG ab. Auch Freihandaufnahmen werden durch eine optionale Überlagerungsautomatik unterstützt, die allerdings recht viel vom Umfeld beschneidet, ansonsten aber gut funktioniert. Versierte HDR-Fotografen werden sicherlich bei dem gewohnten Workflow mit externer Verrechnung durch "Photomatix & Co" bleiben, allein auch um die 6 - 8 Sek. dauernde Verarbeitungszeit zu sparen. Unbedarftere Anwender haben hier allerdings eine praktische Möglichkeit bekommen, HDR-Bilder mit Kameramitteln zu erzeugen, auch wenn man ab und zu qualitative Abstriche machen muss.
Die HDR-Output ist vom Motiv abhängig. Bei freistehender Sonne im blauen Himmel wird man häufiger künstliche Tonwerte, Schleier und Halos erkennen, selbst wenn die dezenten Stile "Standard" oder "Natürlich" gewählt werden. Dies gilt auch für Äste und Blätter, die noch aufgehellt werden, während der Himmel idR nachgedunkelt wird. Ein Problem, mit dem auch externe HDR-Programme zu kämpfen haben. Allerdings ist externe HDR-Software* der kamerainternen Funktion deutlich überlegen. Sprich, man bekommt seltener künstlich wirkenden Ergebnisse, auch wenn sie nicht immer bis ins letzte Detail perfekt ausfallen und teils manuelle Nacharbeit erfordern. Sei's drum, immerhin kann man ja die HDR-Funktion für eine erste Bildvorschau nutzen und später auf die Original-Dateien für eine externe Verrechnung zurückgreifen.
*Canon bietet mit dem im Lieferumfang enthaltenen "Digital Photo
Professional" unter Extras auch eine nachträgliche HDR-Entwicklung, die
der kamerinternen überlegen ist. Hier sind über die Parameter der 5D³
hinaus noch Einstellregler vorhanden. Bei unserem Test sind die Ergebnisse
natürlicher und störungsfreier als beim kamerainternen Prozess. Noch
mächtiger sind allerdings externe HDR-Programme wie Oloneo, Photomatix &
Co. Mehrfachbelichtungen waren und sind bei Analogfotografen eine zwar exotische aber nicht unbeliebte Methode, um auf einem Foto mehrere Motive collagenartig bzw. überblendend zu vereinen. Im digitalen Zeitalter sind solche Mehrfachbelichtungen nur stark eingeschränkt im Langzeitbelichtungsmodus (sogen. Huttechnik) oder durch Überblendungen in Bildbearbeitungsprogrammen realisierbar. Für le
Die Überblendfunktion der Mark III bietet eine reichhaltige Spielwiese mit zahlreichen Parametern. 2 bis 9 Aufnahmen können miteinander fusioniert und dabei Verrechnungsmethoden wie "additiv, durchschnitt, hell oder dunkel" angewendet werden. Die Fusionierung kann optional auch laufend in der Liveview beobachtet werden. Sogar das grosse RAW-Format wird unterstützt und die Aufnahmen können - wie bei der internen HDR-Funktion - entweder alle oder nur das Ergebnisbild gesichert werden. Richtig spannend wird die Mehrfachbelichtung, um mit nur einem kabellosen Blitzgerät ein Motiv von mehreren Seiten zu belichten. Das geht mit dem neuen Speedlite 600EX-RT + Transmitter sogar incl. eingebauter Fernauslöse-Funktion!
Canon spricht davon, dass sich durch Mehrfachbelichtung beispielsweise starke
Reflexionen reduzieren lassen. In einem Bild veranschaulichte
Bewegungsabläufe oder
Rauschreduktionseffekte sind ebenfalls denkbar. Für letzteres braucht man dasselbe Motiv
nur mehrfach
identisch abzulichten und durchschnittlich zu verrechnen. Das kann
hilfreich sein, um die Belichtungszeit weiter auszudehnen, um etwa bei
Tageslicht mit offener Blende eine längere Belichtungszeit und
Verwischeffekte bzw. Bewegungsschleier zu erzielen.
Da auch auf der Speicherkarte vorhandene RAW-Dateien als
Ausgangsbelichtung genutzt werden können, lässt sich die
Mehrfachbelichtungsfunktion auch zweckentfremden und für exakte
Kameraausrichtungen nutzen. Beispielsweise lässt sich ein Motiv zu
verschiedenen Jahreszeiten so später genau in Deckung bringen, ohne daraus
notwendigerweise eine Mehrfachbelichtung zu entwickeln.
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- Teil 2 - Teil 3 -
Teil 4 - Teil
5 -
5D³-Lichtleck -
Speedlite
600EX -
WFT-E7 |
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