Report Teil 1 - Teil 2 - Teil 3 - Teil 4 - Teil 5 - 5D³-Lichtleck- Speedlite 600EX - WFT-E7
Lichtleck-Phänomen - FAQs - Leser-Kommentare   Kauftipp >=70%

  Canon 5D Mark III

"Light Leak"
das 5D³-Lichtleck-Phänomen

Ist das Lichtleck-Phänomen der 5D³ ein ernstzunehmendes Problem? Wir klären, warum das nicht der Fall ist.

Zahlreiche Anfragen erreichen uns hinsichtlich des Licht-Leck-Problems. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, bei dem die 5D³ zu einer abweichenden Belichtungsmessung kommt, sobald Licht auf das obere LCD-Display einstrahlt. Dafür reicht es schon, die Displaybeleuchtung einzuschalten, um z.B. die Belichtungszeit zu halbieren.

Canon gesteht das Problem ein und will darauf reagieren, derzeit ist jedoch unklar, in welcher Form (siehe hier, dort den Link zu "Bekanntmachung zu Qualitätsproblem" anklicken).

 

Das Phänomen tritt allerdings erst in sehr dunklen Umgebungen auf. Wir konnten überhaupt erste Abweichungen ab einem Umgebungslicht von 0,5 Lux ermitteln. Dies entspricht dem Schein einer Kerze aus 2m Entfernung bei ansonsten absolut dunkler Umgebung. Um hier eine Halbierung der Belichtungszeit künstlich zu erzeugen, mussten wir eine Power-LED-Lampe direkt ans Display in den kritischsten, linken Bereich halten. Die Leuchtkraft der LED-Lampe entwickelt hier eine Lichtstärke von rund 150.000 Lux, was etwa dem prallsten Sonnenschein im Hochsommer entspricht. Dies würde also voraussetzen, dass man bei vollster Sonneinstrahlung auf das LCD-Display ein Motiv in fast kompletter Dunkelheit ablichten würde. Solche Helligkeitsunterschiede sind also nur theoretisch denkbar bzw. nur künstlich konstruierbar. Bei Tageslicht sind also absolut keine Probleme zu erwarten.

Eine andere Konstellation können Nachtaufnahmen sein, die mit sehr langer Belichtungszeit von mehreren Sekunden bei hohem ISO-Wert durchgeführt werden. Beispielsweise bei einer 30Sek. Belichtungszeit und ISO 1.600 halbiert sich die Belichtungsmessung, wenn die Displaybeleuchtung eingeschaltet wird. Das Motiv würde also dann um eine Blendenstufe zu dunkel belichtet werden. Ist das ein Problem ? Im Prinzip ja aber eher theoretischer Natur. Hier muss man wissen, dass die Belichtungsmessung bei solch langen Belichtungszeiten sowieso zu einer Unterbelichtung neigt. Eine Kontrolle der Aufnahme wird daher stets notwendig, egal ob die Displaybeleuchtung nochmals zu einer Halbierung führt oder nicht. Insoweit stellt dies kein neues Problem dar.

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FAQs

Wodurch entsteht das Problem überhaupt?

Der Mess-Sensor für die Belichtungsmessung sitzt oben in der Kamera in Nähe des LCD-Displays (oben im Spiegelkasten), hier fehlt der 5D³ offenbar eine Verblendung, die einstrahlendes Licht effektiver abschattet.


Canon-Deutschland spricht davon, dass Probleme nur mit aufgesetzter Gehäuse- oder Objektivabdeckung auftreten?

Das ist eine grobe Vereinfachung, um das Phänomen bei Tageslicht nachvollziehen zu können. Auswirkungen ergeben sich auch mit aufnahmebereitem Objektiv in dunkler Umgebung.


Bei ISO 400 mit einem lichtstarken 1,4'er Objektiv gibt es keine Abweichungen?

In längeren Belichtungsfenstern so um 2 - 4 Sek. können sie mit sattem Strahler auf dem LCD ggf. eine Stufe unterbelichten. Hand aufs Herz, wie oft macht man diese Zeiten und eine Stufe ist wenig. Oft wäre in dem Zeitfenster sogar eine dynamische Unterbelichtung im Programm AV/TV erwünscht (damit Lichtquellen nicht ausbrennen).


Naja, die 5D³ bietet ja auch hohe ISO-Werte und mit 25.600 kann man ja mit einem 50mm-1,4'er fast noch aus der Hand belichten...

Bei ISO 25.600 liegt man so um 1/20 Sek. mit f1,4 in schemenhaft dunkler Umgebung. Nutzt man dann die Displaybeleuchtung, verkürzt sich die Belichtung minimal lediglich um 1/3 Stufe auf etwa 1/25 Sek. Den Unterschied sieht man nur im Direktvergleich und er ist nicht der Rede wert.

Light Leak Test1

Bei schemenhaftem Licht misst die 5D Mark 3 ohne Displaybeleuchtung 1/20 Sek, während sie rechts mit 1/25 Sek. bei eingeschalteter Displaybeleuchtung um 1/3 Stufe knapper belichtet. Der Unterschied ist praktisch kaum erkennbar. (Programm AV / ISO 25.600 und 50mm/1,4 bei Offenblende)


Fällt auch Licht auf den Bildsensor ein und erzeugt künstliche Lichtspuren im Bild?

Definitiv nein, während der Belichtung ist der Schwingspiegel nach oben geklappt und lässt kein Licht zum Bildsensor durch; selbst wenn sehr lange Belichtungszeiten durchgeführt werden.


Kommt es zu abweichenden Belichtungsmessungen, wenn die Liveview genutzt wird?

Nein, hier ist der Schwingspiegel ebenfalls in hochgeklappter Position. Die Belichtung wird direkt über den Bildsensor gemessen. Insoweit hat auch extrem helles Licht auf dem oberen Display keinerlei Einfluss.


Die Power-LED für Langzeitbelichtungen

Für Langzeitbelichtungen und auch den Light-Leak-Test nutzen wir die Taschenlampe, die wir immer dabei haben: die Fenix E15, bringt satte Power, ist am Schlüsselbund stets griffbereit und schlichtweg genial. Traumflieger-Tipp für Fotografen!

Oben die Baumstämme haben wir mit der kleinen Taschenlampe lichtmalerisch ausgeleuchtet (30 Sek. Bel.-Zeit mit der 5D³).

Wie ernsthaft sind Astro- oder Nachtfotografen betroffen?

Praktisch überhaupt nicht. Anspruchsvolle Astrofotografen prüfen idR eine korrekte Belichtung, führen darüberhinaus oft auch Belichtungsreihen durch und vermeiden Kunstlicht in Ihrer Aufnahmeumgebung. Für Nachtfotografen gilt im Prinzip das gleiche; hier können natürlich schonmal Laternen direkt auf das LCD-Display einstrahlen. Wer allerdings Nachts ernsthaft fotografiert, kontrolliert die Aufnahmen und führt oft auch Belichtungsreihen durch. Wenn hier im Extremfall die 5D³ durch Lichteinfall eine Belichtungsstufe zu niedrig belichten sollte, fällt das nicht weiter ins Gewicht und wird kurzerhand korrigiert. Wer längere Belichtungszeiten nutzt, wechselt oft auch in den Bulb-Modus bzw. nutzt das Programm M. In beiden Fällen ist die kamerainterne Belichtungsmessung nicht mehr relevant.


Sind alle 5D Mark 3-Modelle davon betroffen?

Canon schreibt, dass der "Light-Leak" an 5D³-Modellen auftritt, deren 6. Stelle in der Seriennummer eine 1 oder 2 aufweist. Also xxxxx1xxxxxx oder xxxxx2xxxxxx.


Zeigen auch andere Kameras das "Lichtleck"-Phänomen?

Ja, wir konnten auch an der 5D² einen gewissen Einfluss nachweisen. Allerdings ist er deutlich geringer als an der 5D Mark 3 (benötigt eine etwa 5x stärkere Lichtquelle). Also noch weniger ein praxisnahes Problem.


Ich habe auch den Test mit einer Taschenlampe gemacht und konnte schon bei erheblich kürzeren Belichtungszeiten einen starken Einfluss erkennen, warum?

Dann hat die Taschenlampe höchstwahrscheinlich auch durch den Sucher eingestrahlt. Fällt hier helles Licht ein, kann sich die Belichtungsmessung erheblich reduzieren und sogar Licht auf den Bildsensor einstrahlen. Canon hat daher eine Sucherabdeckung am Kameragurt als Gummilasche eingelassen, die man auf den Sucher (Augenmuschel absetzen) stecken sollte. Bei 1D-Modellen ist dagegen direkt neben der Augenmuschel ein Hebel vorhanden, der das Okular verschliesst.


Treten noch andere Licht-Phänomene in nächtlichen Umgebungen auf?

Ja, es gibt zahlreiche Effekte, die künstlich erzeugt werden. Wir haben einige in unserem Panorama-Report "wie gut sind Fischaugen bei Nacht" analysiert.


Ratet Ihr dazu, mit dem Kauf der 5D Mark 3 zu warten, bis Canon das Problem gelöst hat?

Nein, es stellt sich - wie erläutert - kein wirkliches Problem in der Praxis. Andererseits könnte sich der ein oder andere Käufer wohler fühlen, wenn Canon hier nachbessert.

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  Leserkommentare:


Derzeit sind hier 13 Kommentare vorhanden:
 

A.: Hallo

Hier wird so viel unqualifizierter Quatsch geschrieben, dass es zum Schreien ist. Habt ihr denn nicht eben den Artikel oben gelesen? Und was für ein Argument, dass man die Cam kauft weil man bei Kerzenlicht dank hoher ISO-Werte noch Aufnahmen machen kann. Jetzt kommt wohl noch einer und behauptet, dass man sich dank hoher ISO Werte den Blitz sparen kann. Ja, stimmt doch eigentlich. Alles klaro.

Gruss, A.
(29.05.2013, 12:25 Uhr)

Ikebana: Vielen Dank für das Aufdröseln und Darstellen der div. Neuerungen dieser Cam!!! Klasse Arbeit!
(20.08.2012, 00:12 Uhr)

hobbytobby: Hey paparazzo07,

beziehst Du das jetzt auf den Bericht oder auf die Kommentare?

Im Bericht finde ich schön dargestellt das es gerade nicht so wichtig ist.

hobbytobby
(03.07.2012, 17:15 Uhr)

paparazzo07: Es ist wie immer... bei jeder neuen Kamera wird ein Makel gesucht und breitgetreten!
Was Ihr hier macht, ist jammern auf hohem Niveau, aber nicht objektiv!
Wo ist das Problem bei diesem ach so schlimmen "Lichtfleck"?
Habt Ihr im dunkeln ständig das Display an, oder leuchtet mit einer Taschenlampe laufend drauf...nein, na also!
Außerdem schaue ich vor der Aufnahme auf das Display, mache alle Einstellungen und dann erst das Foto...da hat sich die Beleuchtung schon längst wieder nach wenigen Sekunden ausgeschaltet.
Ihr wollt doch Profis sein, aber das man im Umgang mit dieser Kamera eigentlich garnicht zu diesem "Lichtfleck" kommen muss, das sieht keiner - da wird lieber gleich alles in Frage gestellt und man kauft unter diesen Umständen nie wieder was von Canon...
Man kann natürlich auch aus einer Mücke einen Elefanten machen, dann macht mal weiter so!
(26.06.2012, 18:07 Uhr)

Andi: Find ich lustig :-) Man kann sich seine eigene kleine Lichtquelle schaffen :-D

Sowas darf einfach nicht passieren, ob es schlimm ist oder nicht, bei einem Preis von 3299 Euro kann man erwarten, dass das sowas NICHT passiert.

Ich habe mich lieber für die 1D MIV entschieden, alleine aus der Wirtschaftlichkeit (300.000 Auslösungen und 150.000 5D Mark III)

Und 450 Euro für einen Batteriegriff zahl ich auch nicht.
(24.06.2012, 10:31 Uhr)

Philipp Engelmann: also erstmal @Thomas weil jeder Profi der so etwas brauch auf einen HDMI-Monitor zurückgreift auf dem er dann auch gleich mal die doppelte Auflösung hat

dann zu @peter pracht ich weiß nicht ob du schon mal deinen Fernseher, Computer oder irgend eine andere Kamera auseinander genommen hast aber ich denke eher nicht wenn es nicht in die 100k € geht wird es auch einfach nur so wie oben gesehen verarbeitet da einfach der Stückpreis (in der freien Marktwirtschaft relevant) niedrig gehalten werden soll wenn du das anders haben willst schreib doch mal einen netten Brief an die Canon HQ und sag denen du würdest gerne das doppelte für deine neue Kamera ausgeben da lässt sich sicher was machen ;), ich denke zu dem werden sich alle anderen zukünftigen Käufer der Kamera auch super doll freuen und zu deinem älteren Post ich denke das ist ein wenig na ja hoch gesteckt ich denke das solltest du dann mal mit einer Leica S2, einer Hasselblad oder Phase One vergleichen um da einen vergleich zu ziehen hätte man vielleicht noch einen VW Passat nehmen können und selbst die werden wegen irgend welchen Elektro-Problemen auch das ein oder andere mal zurück gerufen also peter bitte nicht das nächste mal Äpfel und Birnen du weißt schon
(28.05.2012, 06:31 Uhr)

hobbytobby: @ Peter Pracht

und Du denkst das ist bei nikon panasonic sony etc anders?

Wo lebst du?

Geld wollen sie alle machen
(21.05.2012, 16:23 Uhr)

Peter Pracht: 20.05.2012
Wenn ich diesen MURKS hier sehe mit zurechtgezogenen Folienleiterbahnen und unter Spannung eingebauten Platinen sehe (http://photography-on-the.net/forum/showthread.php?t=1180672) , dann ist Canon bei mir UNTEN DURCH !!!
Klebeband lasse ich ja noch soeben als FLICKEN durchgehen. Aber nicht so wie auf den Fotos im Link zu sehen. Wir reden hier von ca.3300.- Euro.

Peter Pracht
(20.05.2012, 12:59 Uhr)

Thomas: Warum bietet die 5D Mark III keinen SCHWENKMONITOR bzw. warum haben die neuen professionellen DSLR von Canon noch keinen beweglichen Monitor? "Die Billigklasse" 600D etc. haben doch auch schon einen.
(14.05.2012, 13:20 Uhr)

Werner J.: Gerade wegen der hohen ISO-Fähigkeit wird man diese Kamera auch bei minimalem Licht verwenden wollen. Wenn dann nur durch die Displaybeleuchtung die normal sehr präzise Belichtungsmessung getäuscht wird, ist die Kamera schlichtweg unbrauchbar.
(12.05.2012, 12:19 Uhr)

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