Die EOS 20D löste im September 2004 den 1,5 Jahre alten Vorgänger ab (10D). Eine Auflösungssteigerung von 6,3 auf 8,2 Megapixel,  deutliche kürzere Startzeit, mehr Autofokusfelder und ein anwenderfreundlicher Multicontroller sind wesentliche Verbesserungen. Auch heute wird die 20D noch von vielen Anwendern genutzt und geschätzt.

Weitere Neuerungen sind die Einführung der ETTL2-Technologie, eine kürzere Belichtungs- und Synchronzeit, USB 2.0-Unterstützung und u. a. auch verbesserte Menüfunktionen. Im Gesamtpaket werteten die Innovationen die 20D gegenüber dem Vorgänger deutlich auf. Auch heutzutage sind die Basisfunktionen absolut noch praxistauglich, wenngleich der mittlerweile doch sehr klein wirkende Monitor und die 8,2 Megapixel-Bildauflösung nicht mehr aktuell sind.

Rückseitig ähnelt die 20D auch neueren Modellen wie der 30D/40D und 50D. Wesentliche Merkmale sind das Daumenrad u.a. zur komfortablen Belichtungsstufenkorrektur und der erwähnte Multicontroller, um beispielsweise Bilddetails intuitiv anzusteuern. Das Menü wird an der 20D noch auf einer langen Seite durchgecrollt; die übersichtlichere Karteireiteraufteilung findet sich in der Klasse erst an der 40D wieder.

Sucher und Monitor

Der 1,8''-Kameramonitor mit 118.000 Subpixeln wurde mittlerweile renoviert und schon am 30D-Nachfolger auf 2,5'' und 230.000 Pixel erweitert. Letztere Grösse kann auch heute noch für die Praxis der Schärfebeurteilung akzeptabel sein, während der 50D-Monitor mit 920.000 Subpixel und 3'' deutlich komfortabler ist und einer exakteren Ablesegenauigkeit entgegenkommt. Spitzlichter werden im 20D-Sucher mit einem noch guten Bokeh wiedergegeben.

Der 20D-Sucher unterscheidet sich in Grösse und Layout (neun gravierte AF-Felder) kaum von Nachfolgern. Das zentrale AF-Feld ist als Kreuzsensor an der 20D (auch 30D) ausgelegt, während die übrigen Felder nur zeilenweise die Schärfe detektieren. Erst mit der 40D sind sämtliche Felder Kreuzsensoren. Im Zentrum zeigt die Kreismarkierung auf der Mattscheibe die Selektivmessung an, die ab dem Nachfolger verkleinert wurde und dann die neu verfügbare Spotmessung markiert.

Autofokus und Serienbilder

Dem Canon-Klassenstandard entsprechend weist die 20D - wie auch die Nachfolger - drei Messmethoden zur Autofokussierung auf: Oneshot, Ai-Fokus und AI-Servo; letzterer Modus führt die Schärfe bei Bewegtmotiven kontinuierlich nach, benötigt für eine hohe Trefferquote tendenziell jedoch lichtstarke Objektive, damit die Autofokussensoren ausreichend Lichtinformationen entgegennehmen. Der 20D-Anwender sollte jedoch im Servomodus keine optimale Scharfstellquote oberhalb von 50% erwarten, diese ist allerdings auch an Nachfolgern nicht signifikant verbessert (an der 30D lt. unseren Messungen eher noch geringer als an der 20D).

Mit 5 Bildern/Sek. wurde die Serienbildgeschwindigkeit an der 20D gegenüber dem Vorgänger deutlich angehoben und liegt auch heute noch über der Geschwindigkeit sämtlicher Canon DSLR unterhalb der zweistelligen Klasse. Die Nachfolger ab der 40D kommen aber auf rund 6,5 Bilder pro Sekunde. Allerdings ist die Anzahl der unverzögerten RAW-Bilder an der 20D lt. unserer Messung durchschnittlich mit 5,5 Bildern in Folge nur für sehr kurze Actionsequenzen geeignet (Details hier). Seit der 30D sind immerhin 10 und mehr RAWs möglich und es steht - im Gegensatz zur 20D - auch ein langsamer Serienbildmodus zur Verfügung. Mit diesem können weniger schnelle aber länger andauernde Bewegtsequenzen besser abgedeckt werden.
 

Auflösung und ISO

Die ISO-Empfindlichkeit liegt - seinerzeit standardkonform - in einer Bandbreite von 100 bis 3.200 vor. Für die meisten Anwendungen dürfte die Auswahl reichen, wer mehr möchte, wird ab der 50D mit ISO-Empfindlichkeiten bis 12.800 bedient. Letzteres ist natürlich mit einem höheren Rauschlevel verbunden, kann jedoch noch Aufnahmen beispielsweise unter Lowlight-Bedingungen oder für aus der Hand ausgelöste DRI-Belichtungsreihen nützlich sein. An der 50D heisst das Motto daher "besser eine etwas stärker verrauschte als unscharfe oder zu dunkle Aufnahme".

Mit 8,2 Megapixel ermöglicht die 20D eine amtliche 300dpi-Druckqualität im Ausgabeformat von rund 20 x 30cm was etwa Din-A4 entspricht. Man kann aber sicherlich bei weniger kritischen Motiven auch Printgrössen wie z.B. im 40 x 60cm-Posterformat in ansprechender Qualität verwerten.

Grossformatige Ausschnitte sind allerdings kaum mehr drin. Beeinflusst wird die finale Bildqualität aber auch von der Auflösung je Bildpixel und die liegt an der 20D mit einer Effektivität von 73% im guten Mittelfeld. Die nominellen 8,2 Megapixel schlagen daher an der 20D auch real qualitativ durch und fallen nicht - wie etwa an einer EOS 500D mit einer Effektivität von nur 63% - aufgrund sehr enger Packdichte und geringer Lichtausbeute in der Leistung ab.


Die Auflösung liegt bei einem Maximum von 1.704 (f5,6/ISO 100) und durchschnittlich 1.523 Linien (f4-f22) insgesamt noch im (unteren) Mittelfeld der Canon DSLR. Das Rauschen hält sich im bewerteten ISO-Bereich von 100 - 1.600 auf einem typischen Niveau der zweistelligen Klasse mit 28kb (30D: 29kb, 40D 28kb, 50D 31kb). 

[Informationen zum Testverfahren]

Sonstiges und Zubehör

Mit der 20D wurde auch die ETTL-Technologie in zweiter Generation eingeführt (ETTL-2), die z.B. bei Reflexionen in Fensterscheiben nicht automatisch die Blitzhelligkeit zu stark herabsetzt wie noch in der älteren Generation. Zudem werden Entfernungsinformationen berücksichtigt (soweit durch die Objektive bereitgestellt) und  Farbtemperaturen an entsprechend ausgestattete Kompaktblitzgeräte (Canon Speedlites der EX-Klasse) kommuniziert. Bei unseren Vergleichen ETTL 1 zu ETTL 2 konnten wir zwischen der EOS 300D und der 20D jeweils mit dem internen Blitzgerät allerdings keine Unterschiede erkennen (z.B. identische Reflexionsblitzhelligkeit).

Neu an der 20D ist die USB 2.0-Schnittstelle, die z.B. im Remotebetrieb mittels der im Lieferumfang enthaltenen Software erheblich schnellere Datentransferraten erlaubt. Wer die schleppende Transferrate noch von der der 10D oder 300D kennt, wird dies als echte Erleichterung erleben.

Problematische Kontraste unterstützt die 20D - wie auch die 30D - durch eine dreistufigen, automatische Belichtungsreihe (AEB) mit bis zu zwei Stufen Spreizabstand. Diese lässt sich auch komplett im Selbstauslösermodus automatisch abarbeiten. Dafür muss allerdings eine zehnsekündige Wartezeit durchlaufen werden, denn erst ab der 40D ist der Selbstauslösermodus um eine zweisekündige Option ergänzt worden. Zwar kann die längere Wartezeit durch eine aktivierte Spiegelvorauslösung ebenfalls an der 20D und 30D auf zwei Sekunden reduziert werden, doch wird dann nicht mehr die AEB-Reihe abgearbeitet.

Den Dynamikumfang der 20D haben wir mit 10,6 Blendenstufen ermittelt. Damit liegt er auf einem typischen Niveau von Canons zweistelliger DSLR-Klasse (siehe auch unseren Mitglieder-Report "die besten RAW-Dateien").

Wer individuell belegbare Custom-Programme nutzen möchte, geht an der 20D leer aus. Diese wurden in der zweistelligen Klasse erst mit der EOS 40D eingeführt und finden sich auch bei der 5D, 5D Mark II und 7D.

Die Zubehör-Kompatibilität ist an der 20D sehr gut, der seit der D30 werkelnde Kameraakku BP 511A  arbeitet auch in der 20D (ca. 700 Aufnahmen) und Nachfolgern. Derselbe Batteriegriff-Typ (BG-E2) kann sowohl an der 20D als auch an Nachfolgemodellen einschliesslich der 50D benutzt werden.


Fazit:
Im Vergleich zum Vorgängermodell hat sich an der 20D eine Menge getan, neben höherer Auflösung, Belichtungszeitverkürzung auf 1/8000 Sek., zwei AF-Feldern mehr, Menüsprungfunktionen aber auch eine schnellere Startzeit machten die 20D sehr attraktiv. Mittlerweile ist die Ausstattung zwar nach wie vor brauchbar aber mit einigen Komforteinbussen verbunden. Der kleine TFT-Monitor im Mäusekinoformat erweist sich als anstrengend sowohl bei der Bedienung als auch Bildbetrachtung. Eine Liveview fehlt genauso wie eine zumindest optional interessante Videofunktion.

Sorgen mit Sensorsstaub wird einem an der 20D eher als an einer 40D bzw. späterem Canon-Modell begegnen, da noch keine automatische Sensorreinigung verbaut wurde. Dennoch wird man auch heutzutage mit der 20D noch gelungene Aufnahmen realisieren können: die Bildqualität ist für viele Anwendungen mit 8,2 Megapixel völlig ausreichend, mit 5 Bildern/Sek. ist sie auch noch relativ flott und HDR-DRI-Freunde können eine automatische Belichtungsreihe nutzen. Fototechnisch ist die 20D also soweit okay, anwenderfreundlicher wird es aber erst bei den Nachfolgemodellen.

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Technische Daten

Markteinf.:

Preis:

kaufen bei:

Sensor:

 

Serienbilder:

Bildformat:

Monitor:

Autofokus:

ISO-Bereich:

Belichtung:

Gehäuse:

September 2004

UVP 1.600 EUR

Amazon | Preissuchm. | Ebay

8,25 Megapixel (CMOS, APS-C)

22,5 x 15,0mm | 6,4 µm Pixel

5 Bilder/Sek. (6 / 23 unverz. RAW / JPEG)

3.504 x 2.336 Pixel

1,8-Zoll mit 118.000 (Sub-) Pixel

1 Kreuzsensor + 8 Hilfssensoren

ISO 100 bis 3.200

30 bis 1/8000 Sek./ Korr. +-2 EV

767 gr. inkl. | 14 x 10 x 7cm | Magnesium

weitere Ausstattung:
  • Gehäuse aus Magnesiumlegierung
  • Zweites LCD auf der Gehäuseoberseite
  • Akku: BP-511A
  • Sucher: 95%, 0,9fach, 20mm, Realgrösse 70%

 

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Beispielbilder

Original-RAW (7,7 MB, für Mitglieder)

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