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home - Fototechnik - EOS 7D im Vergleich zur 50D / 5D Mark II / 1D Mark III |
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Bevor einzelne Objektive eingehender zu den Vergleichskameras untersucht werden, soll geklärt werden, welcher Messbereich an der EOS 7D die beste Leistung bringt. Mehrstellige Canon DSLR bieten beispielsweise ja nur die Wahl zwischen Einzelfeld und automatischer AF-Messfeldwahl. Die 7D verfügt jedoch über ganze fünf verschiedene Modi: 1. Spot-AF, 2. Einzelfeld-AF, 3. AF-Feldausweiterung, 4. Zonen-AF und 5. automatische AF-Feldwahl. Doch welcher Bereichsmodus arbeitet an der 7D am besten ? Die ersten beiden Modi ähneln sich, da ein einzelnes Feld den massgeblichen Messbereich bestimmt. Die AF-Feldausweitung basiert auf einem zentralen AF-Feld und nutzt bedarfsweise unmittelbar umliegende Hilfsfelder. |
Zonen- bzw. automatische Messfeldwahl wählt eines oder mehrere AF-Felder automatisch aus. Letztere sollten bei Bewegtmotiven eine Hilfe sein, wenn man z.B. nicht exakt nachschwenken bzw. die Kamera mittig auf das Motiv halten kann. Die 7D beansprucht jedoch in diesen beiden automatischen Modi intern mehr Rechenleistung und könnte ggf. Timingprobleme mit der Schärfenachführung bekommen.
Wir haben
die fünf Modi jeweils in 4 Disziplinen* am Canon 70-200/2,8 L IS USM bei
200mm untersucht, verwendet wurde der Ai-Servo im schnellen
Serienbildmodus (Individualfunktionen mit Standardbelegung) anhand eines funkgesteuerten Rallywagens.
*Datenbasis 1.258 Testbilder
1. der Rallywagen fährt aus grösserer Entfernung (ca. 40m, geringer Abstand zum Hintergrund) in gerader Linie mit ca. 10 km/h auf die Kamera zu.
Spot- und Einzelfeld-AF zeigen auf grössere Distanz eine fast 100%ige Nachführgenauigkeit. Ab ca. 5 Meter Annäherung wird die Fokussierung ungenau und schiftet vor- und zurück. Die AF-Feldausweitung hält fast durchgehend die Schärfe auch im Nahbereich sehr gut. Konkurriert der Hintergrund mit dem Hauptmotiv, dann springt der Fokus in den Hintergrund, nimmt die Motivverfolgung jedoch recht schnell wieder auf. Zonen-AF und automatische Messfeldwahl springen frühzeitig auf den Hintergrund und nehmen die Motivverfolgung nicht mehr auf.
2. der Rallywagen fährt aus geringerer Distanz (ca. 10m, ausreichend Abstand zum Hintergrund) in gerader Linie auf die Kamera zu.
Spot- und Einzelfeld-AF halten die ersten 5 Meter die Schärfe nahezu auf 100%, bei grösserer Annäherung zeigt der Spot-AF einen konstanten Backfokus, der Einzelfeld-AF shiftet, tendiert aber auch zum Backfokus. Die AF-Feldausweitung trifft mit dem Fokus nahezu konstant perfekt, auch im Nahbereich. Der Zonen-AF und die automatische Messfeldauswahl halten die Schärfe konstant sehr gut aus der Distanz bis in den Nahbereich.
3. der Rallywagen fährt aus geringerer Distanz (ca. 10m, ausreichend Abstand zum Hintergrund) in kurviger Linie auf die Kamera zu.
Für Spot- und Einzelfeld-AF gelten die Aussagen wie oben, soweit der Wagen in der Anfahrtsphase im Messfeldbereich liegt. Kreuzt der Wagen kurvend das AF-Feld (z.B. drei Bilder lang), reicht die Zeit besonders beim Spot-AF im Nahbereich nicht, um scharfzustellen (Einzelfeld-AF mit besserer Trefferquote im Nahbereich). Der Spot-AF reagiert deutlich träger als das Einzelfeld-AF. Die AF-Feldausweitung shiftet in der Startphase minimal hält ansonsten die Schärfe durchgehend bis in den Nahbereich. Die Feldübergabe funktioniert sehr gut, zwischendurch kommt es bei Übergabe zu minimalen Unschärfen (siehe Bildreihe unten).

Der Zonen-AF shiftet in der Anfangsphase, reagiert sehr langsam beim Kreuzen des Wagens und kann die Schärfe auch im Nahbereich nicht sauber legen. Die automatische Messfeldwahl shiftet fast durchgehend, trifft die Schärfe gelegentlich aber unzuverlässig - teils schwer nachvollziehbare AF-Feldwahl.
4. der Rallywagen fährt aus geringer Distanz von 2 Metern in gerader Linie von der Kamera weg.
Spot- und Einzelfeld-AF und AF-Feldausweitung reagieren ähnlich: nach dem scharfen Startbild (manuell scharfgestellt) verlieren alle drei Modi für durchschnittlich 3-4 Aufnahmen die Schärfeebene erfassen den Wagen dann jedoch wieder durchgehend scharf im Fokus. Zonen- und automatische AF-Messfeldwahl zeigen in der Nahphase viele unscharfe Aufnahmen, fangen sich erst sehr spät und führen erst dann sauber nach.
Fazit
Jeder der fünf Feldmodi stellt einen Kompromiss dar. Bei kleinen Motiven mit geringem Abstand zum Hintergrund und gerader Bewegungsrichtung führen Spot- und Einzelfeld-AF am genauesten nach. Schlingert das Motiv und/oder kommt sehr dicht auf die Kamera zu, dann ist die AF-Feldausweitung die beste Wahl. Zonen-AF und automatische Messfeldwahl decken den grössten Sucherbereich ab, kommen aber schnell aus dem Tritt und können bei unruhiger Motivbewegung eine Vielzahl halbscharfer Aufnahmen produzieren. Wie wir hier im Video zeigen, kann die Einzelfeldwahl bei schlingernden Motivbewegungen sogar durchschnittlich besser abschneiden.
Unser Tipp: den besten Gesamt-Kompromiss bietet bei Actionmotiven die AF-Feldausweitung.
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Leserkommentare:
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Derzeit sind hier 9 Kommentare vorhanden: mikona: ein wirklich gelungener, sehr anschaulicher Testbericht mit sehr schönen Details ... man lernt ja eh nie aus - aber so schön anschaulich bekommt man den komplexen Stoff wirklich selten präsentiert.
sTripe: Der Test ist was feines, weil ich genau in diesem Bereich hauptsächlich fotografiere... Aber die 10 km/h entsprechen nich den krassen Anforderungen an AF auf Rennveranstaltungen, wenn man sich nicht durch Tricks behilft... Bisher konnte hier nur die 1D Mark III mit AI Servo hinterherführen...
Pixmacher: Hallo Stafan,
Anonym: Hallo Stefan,
Ana Springfeldt: Super hilfreich beim Kennenlernen der 7D,
Stefan_tf: @Towerx: der Test mit Carrera-Bahn kommt noch (ca. Ende dieser/Anfang nächster Woche). Towerx: @Pixelmacher
Andreas: @Pixmacher
Pixmacher: Für einen Einzeltest der EOS 7D ist diese Analyse der Messfelder eine tolle Sache... Mit einem Vergleich der EOS 7D zur 50D, 5D Mark II, 1D Mark III würde ich den Versuchsaufbau mit einer Autorennbahn o.ä. vorschlagen, wo das zu verfolgende Objekt in einer festen Bahn fahren kann und somit ein Vergleich der o.g. Cameras unter den gleichen Bedingungen möglich wäre!
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Wozu eigentlich das RAW-Format ? Das RAW-Format bietet gegenüber JPEG-Aufnahmen zwei wesentliche Vorteile: es ermöglicht feiner aufgelöste Details und ausgebrannte Lichter oder zu dunkle Bildpartien können im RAW-Konvertierungsprogramm erheblich besser als im JPEG-Format rekonstruiert werden.
Nachteile des Rohdatenformats: Es ist idR 2,5x so speicherintensiv, verbraucht daher nicht nur mehr Speicherplatz sondern auch mehr AKKU-Power, muss erst noch entwickelt werden und im Serienbildmodus ist die unverzögerte Erstsequenz reduziert. Was also tun? Empfehlenswert ist eine flexible Handhabung. Nutzen Sie bei einmaligen Aufnahmesituationen das RAW-Format und bei "Allerweltsmotiven" bzw. wiederholbaren Aufnahmen das JPEG-Format ! Übrigens: Die Kameratests führen wir auf Traumflieger.de im RAW-Format durch. Tests im JPEG-Format werden u.E. den Kameras nicht gerecht und taugen nur als ergänzende Information (testet Ihre bevorzugte Foto-Fachzeitschrift im RAW-Format ?). |
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wie erzeugt Canon die kleineren Bildformate ? Neben dem grossem Bildformat (JPEG-Large oder RAW) bieten Canon DSLR kleine Formate (z.B. JPEG M oder S) oder Videoformate mit geringerer Auflösung. Doch wie werden sie erzeugt ? Oft wird vermutet, dass Canon Pixel-Binning (to bin = gruppieren) nutzt. Dabei wird die Ladung mehrerer Pixel zu einer einzigen zusammengefasst. Dies würde jedoch Probleme beim Demosaiking (Entwicklung der Bildrohdaten) bereiten, denn jedem Pixel ist ein RGB-Farbfilter (Stichwort "Bayer-Pattern") vorgelagert, der beim Binning nicht mehr ausdifferenziert würde. Genausowenig nutzt Canon eine reduzierte Sensorfläche für die kleineren Formate, denn hierdurch würden unterschiedliche Bildwirkungen (z.B. höhere Schärfentiefe) resultieren. Canon macht u.W. zwar keine konkrete Aussage, höchstwahrscheinlich werden die kleinen Formate jedoch schlicht durch kamerainterne Rechenvorgänge erzeugt (Interpolation). |
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