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home - Fototechnik - Die Canon EOS 5D Mark II im Test ! |
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Auflösung ISO-Rauschen Dynamik |
Überschärfung unter DPP
Um das Auflösungsvermögen der EOS 5D Mark II realistisch einzuschätzen, haben wir zunächst Canons RAW-Konverter Digital Photo Professional (DPP) untersucht und mussten feststellen, dass er die RAW-Dateien der 5D Mk II - im Gegensatz z.B. zur 1Ds Mark III und den weiteren im Test vertretenen Modellen - erheblich kontrastreicher und schärfer wiedergibt. Diese Schärfung erfolgt sogar parameterunabhängig - lässt sich also nicht in DPP mittels Rücknahme des Scharfstell-Slider korrigieren. Messtechnisch konnten wir ermitteln, dass diese bei vielen Motiven idR allerdings erwünschte Bildwirkung durch Überschärfung von Mikro-Kontrastlinien erreicht wird. Damit fällt DPP jedoch für einen kameraübergreifenden Vergleich aus, so dass wir Adobe Lightroom bei Standardeinstellungen nutzen.

Auflösung im Detail
Im nächsten Schritt sollte sichergestellt werden, dass keine rein optischen Auflösungsgrenzen der Objektive möglicherweise die maximale Auflösung der Sensoren deckeln und damit das Ergebnis verfälschen würden. Untersucht wurden daher 19 canon-kompatible Objektive, um so das höchstauflösende herauszufiltrieren. Die maximale Auflösung erreichten wir beim Sigma 150mm/2,8 EX DG Makro mit 2.609 Linien bei f4,0/ISO 100. Als nachteilig stellte sich jedoch dessen eingeschränkte Unterstützung via Remotesoftware "EOS-Utility" heraus, die wir zur exakten Scharfstellung bei 10X-Zoom nutzen. Die zweitbeste Auflösung erzielten wir mit dem Canon 70-200mm/4,0 L IS USM bei 200mm f5,6 mit 2.580 Linien, so dass wir dieses Objektiv mit voller Remoteunterstützung auch für den Auflösungsvergleich heranziehen.
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Im Ergebnis erzielten wird an der 5D Mk II 2.580 Linien, an der 5D 2.222, an der 1Ds MkIII 2.493 und 50D 2.175 Linien Auflösung je Bildhöhe (MTF 50). Hochgerechnet auf die 3.744 Bildpixelhöhe der 5D Mark II/1Ds Mk III ergäben sich für die 5D (Mark I) 2.857 und für die 50D 2.570 Linien. Die Auflösung der 5D (Mark I) ist also relativ mit einem Wirkungsgrad von rund 76% am höchsten, während die 5D Mark II und 50D mit 69% darunter liegen und die 1Ds mit 67% das Schlusslicht bildet.
Optische Auflösungsvorteile der EOS 5D II zur 1Ds Mark III konnten wir allerdings nicht wirklich erkennen, die Messwerte sind daher immer auch mit etwas Vorsicht zu geniessen. Signifikant ist jedoch die relativ bessere Auflösung der 5D Mark I, denn bei Annäherung an das Motiv (mit Winkelverlust) bei identischer 100%-Auflösung löst sie auch optisch nachweisbar etwas besser auf. Ihre Auflösung entspricht - bei analoger Betrachtung zur Auflösung der 5D Mark II - in etwa einer hochgerechneten Pixelzahl von rund 14,3 Megapixel (real jedoch 12,8 Megapixel).
Update 09/2009: Aufgrund eines Leser-Kommentares, der die (Auflösungs-)Reihenfolge aufgrund von 7.000 Panoramaufnahmen mit dem Sigma 15mm/2,8 Fischauge 1.) 1DsIII - 2.) 5D - 3.) 5D II behauptet, hier ein ergänzender Vergleich mit dem Sigma 15mm.
Die EOS 50D kann bei dem hier verwendeten idealen ISO-Wert von 100 relativ zur 5D II/1Ds III mithalten, spielt jedoch im Telebereich den sogenannten Brennweiten-Verlängerungsfaktor von 1,6 aus. D.h. sie löst nominell zwar mit 15,1 gegenüber den 21,1 Megapixel um 6 Megapixel geringer auf, nutzt jedoch durch den 1,6x-Cropfaktor einen Vorteil, den die Vollformater erst bei 38,5 Megapixel und Ausschnittsverwertung wettmachen würden. Weiter unten zeigen wir jedoch, dass die 50D Auflösungsvorteile beim ISO-Rauschen in höheren Wertbereichen verliert.
EOS 5D II in Front
Canon überschärft zur subjektiven Steigerung der Auflösung - wie oben gezeigt - nicht nur Mikrokonturen im hauseigenen RAW-Konverter Digital Photo Professional (DPP) sondern glättet in höheren ISO-Werten auch die Rauschartefakte. Dies gilt insbesondere an der EOS 5D Mark II und 50D. Beide verfügen über sehr hohe Wertbereiche und Canon wollte dem Anwender diese lichtempfindlichen Bereiche offensichtlich unverrauschter präsentieren. Einer Reihe von Motiven kommt diese Glättung zugute, doch oft stolpert man auch über weichgespülte Details, die trainierte Anwender als künstliche Weichzeichnung nicht gerade schätzen.
DPP übernimmt dabei die kamerainternen "High-ISO-Rauschunterdrückung"-Parameter und versucht sie für das RAW-Format nachträglich zu simulieren. Grund genug für uns, auch beim ISO-Vergleich Lightroom zu präferieren, da es kamerainterne Parameter gänzlich ignoriert und damit auf den selektiven Weichzeichner weitgehend verzichtet.
Rein messtechnisch liegt die EOS 5D Mark II gegenüber den Testkontrahenten in Front: in sämtlichen ISO-Wertstufen erzielt sie bessere Werte. Optische Analysen zeigen jedoch, dass die EOS 5D (Mark I) und 1Ds III bis zu deren Maximalwert von ISO 3.200 auf der selben Höhe liegen und die Unterschiede in der Praxis irrelevant sind. Die 50D liegt jedoch - aufgrund der sehr eng gepackten Pixel (4,7 Mikrometer) - ab ISO 800 um 1 Belichtungsstufe hinten und rauscht ab ISO 1.600 gut zwei Stufen stärker als die übrigen Geschwister.

Die 5D Mark II halten wir bis ISO 6.400 für weitgehend nutzbar, während in den optional verfügbaren "hi1" und "hi2"-Wertstufen (=ISO 12.800 und 25.600) die Rauschartefakte Feinstrukturen deutlicher angreifen. An der EOS 50D würden wir die praxistaugliche Obergrenze dagegen eher bei ISO 1.600 ansetzen. Der EOS 5D und 1Ds III hätte Canon ruhig - wie an der 5D Mark II - höhere Wertbereiche zugestehen können, sie halten bis ISO 3.200 mit der Mark II voll mit. Der Anwender kann sich jedoch z.B. durch eine gezielte, belichtungszeitverkürzende Unterbelichtung und nachträgliche, softwaregesteuerte Aufhellung behelfen.
Langzeitrauschen
Insbesondere bei Langzeitaufnahmen im Bulb-Modus (>30 Sek.) droht nicht nur erhöhte Rauschgefahr sondern bunte Hotpixel und Verstärkerglühen können als Störartefakte hinzukommen. Besonders Astroaufnahmen aber auch nächtliche, bodennahe Impressionen machen häufig Belichtungszeiten im Minutenbereich erforderlich, selbst wenn sie bei hohen ISO-Werten durchgeführt werden.
Untersucht haben wir das Quartett mit einer dreiminütigen Belichtungszeit bei ISO 1.600 und mit 90 Sekunden bei ISO 3.200. An unserer EOS 5D Mark II machten uns zunächst ungewöhnlich stark ausgeprägte Hotpixel zu schaffen, die sich jedoch bei eingeschaltetem Individualparameter II/1-3 "Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung" auf Normalniveau reduzierten. Erst eine zweite EOS 5D II zeigte solche Ausreisser nicht mehr; an letzterer demonstrieren wir unten auch die Langzeitbelichtungsergebnisse. Mehr Informationen zum Hotpixelproblem finden Sie hier.
Die 1Ds III zeigte in beiden Langzeitbelichtungen die stärksten Hotpixel, die sich jedoch bei eingeschalteter Langzeitrauschreduktion besserten. Die EOS 5D Mark II und 5D Mark I schneiden in beiden Tests am besten ab mit leichter Tendenz zugunsten der 5D Mark II (die 5D I zeigte zudem noch Verstärkerglühen am rechten Bildrand). Mit Ausnahme der 1Ds III brachten im getesteten Umfeld die Parameter "Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung" keine Bildverbesserungen sondern teilweise sogar Verschlechterungen mit sich. Hier hätten wir uns den kamerainternen Dunkelbildabzug mit Verdopplung der Belichtungszeit sparen können.
Gleichstand beim Dynamikumfang
Ein hoher Dynamikumfang bietet Potenzial, um nachträglich Überstrahlungen oder zeichnungslose Dunkelfelder zu korrigieren. Die Kontrastverarbeitung aller im Test vertretener Modelle unterscheidet sich nicht signifikant. D.h. beim JPEG-Format stehen 8 Blendenstufen bereit und bei Verwendung des grossen RAW-Formats bieten rund 10 Blendenstufen noch zwei EV mehr, um nachträgliche Belichtungskorrekturen vorzunehmen. Bei ISO 50 verliert der Fotograf jedoch 1 Blendenstufe an Ausgangsdynamik, denn Canon führt kameraintern eine Überbelichtung von 1 EV durch, um die Belichtungszeit entsprechend der ISO-Wertreduzierung zu verdoppeln.
Bei den an der 5D Mark II/50D/1DsIII angebotenen, kleinen RAW-Formaten (SRaw) findet ein Kompromiss statt: sie bieten mit rund 9 Blendenstufen Kontrastverarbeitung immerhin eine Blendenstufe mehr als das JPEG-Format, sind jedoch gegenüber dem grossen RAW-Format im Nachteil. Canon generiert offenbar aus dem grossen RAW-Format intern die kleineren Versionen, reduziert damit das ISO-Rauschen aber führt ein Tonmapping mit 1EV-Verlust durch.
Auf die bereits erwähnte Tonwertpriorität (CFn II Nr. 3) muss der 5D Mark I-Anwender verzichten, kann sich jedoch einer Unterbelichtung um 1EV bedienen und nachträglich in der Bildnachbearbeitung z.B. mit der Tiefen/Lichter-Funktion lediglich die Tiefen bis zum mittleren Grauwert aufhellen.
An der EOS 5D Mark II/ 50D steht ausserdem eine "Autom. Belichtungsoptimierung" (CFn II Nr. 4) bereit, die lediglich linear - bei drohender Unterbelichtung - die mittlere Belichtungsstufe intern um bis zu 1 EV anhebt. Für Einsteiger sicherlich eine Hilfe, ambitionierte Anwender des RAW-Formats können derartige Optimierungen jedoch besser im RAW-Konverter nachstellen.
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Wozu eigentlich das RAW-Format ? Das RAW-Format bietet gegenüber JPEG-Aufnahmen zwei wesentliche Vorteile: es ermöglicht feiner aufgelöste Details und ausgebrannte Lichter oder zu dunkle Bildpartien können im RAW-Konvertierungsprogramm erheblich besser als im JPEG-Format rekonstruiert werden.
Nachteile des Rohdatenformats: Es ist idR 2,5x so speicherintensiv, verbraucht daher nicht nur mehr Speicherplatz sondern auch mehr AKKU-Power, muss erst noch entwickelt werden und im Serienbildmodus ist die unverzögerte Erstsequenz reduziert. Was also tun? Empfehlenswert ist eine flexible Handhabung. Nutzen Sie bei einmaligen Aufnahmesituationen das RAW-Format und bei "Allerweltsmotiven" bzw. wiederholbaren Aufnahmen das JPEG-Format ! Übrigens: Die Kameratests führen wir auf Traumflieger.de im RAW-Format durch. Tests im JPEG-Format werden u.E. den Kameras nicht gerecht und taugen nur als ergänzende Information (testet Ihre bevorzugte Foto-Fachzeitschrift im RAW-Format ?). |
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wie erzeugt Canon die kleineren Bildformate ? Neben dem grossem Bildformat (JPEG-Large oder RAW) bieten Canon DSLR kleine Formate (z.B. JPEG M oder S) oder Videoformate mit geringerer Auflösung. Doch wie werden sie erzeugt ? Oft wird vermutet, dass Canon Pixel-Binning (to bin = gruppieren) nutzt. Dabei wird die Ladung mehrerer Pixel zu einer einzigen zusammengefasst. Dies würde jedoch Probleme beim Demosaiking (Entwicklung der Bildrohdaten) bereiten, denn jedem Pixel ist ein RGB-Farbfilter (Stichwort "Bayer-Pattern") vorgelagert, der beim Binning nicht mehr ausdifferenziert würde. Genausowenig nutzt Canon eine reduzierte Sensorfläche für die kleineren Formate, denn hierdurch würden unterschiedliche Bildwirkungen (z.B. höhere Schärfentiefe) resultieren. Canon macht u.W. zwar keine konkrete Aussage, höchstwahrscheinlich werden die kleinen Formate jedoch schlicht durch kamerainterne Rechenvorgänge erzeugt (Interpolation). |
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Literatur |
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Die Referenz unter den kameraspezifischen
Profihandbuch zur
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