Die Canon EOS 50D
im Praxisvergleich mit der EOS
40D

PART 2

ein Report von Stefan Gross

 

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  Auflösung
ISO-Rauschen
ISO-Nachtest
Kontrastverarbeitung
   

 

    Auflösung

Mit 5 Megapixel Zuwachs glänzt die EOS 50D gegenüber der 40D. 15,1 zu 10,1 Megapixel sieht auf den ersten Blick nach einer ganzen Menge mehr an Auflösung aus. Die Pixelmehrung verteilt sich jedoch auf die Bildbreite und -höhe, so dass unterm Strich nur 22% an Mehrpixeln real zur Verfügung stehen. Gespannt haben wir die Testcharts untersucht, ob sich die 22% auch optisch als Zugewinn in der 50D-Auflösung ergeben.

Die Messung zeigt in der Tat ein Auflösungsgewinn der EOS 50D, doch fällt er mit 15% etwas geringer als erhofft aus. Im Schnitt erzielte die EOS 50D an 3 Objektiven 2.002 Linien und die EOS 40D 1.734 Linien je Bildhöhe bei ISO 100. Nimmt man als Basis die Werte der EOS 40D, dann sollte eine lineare Hochrechnung analog zum Pixelzuwachs jedoch rund 2.119 Linien für die EOS 50D ergeben. Die EOS 50D erreicht also ein Auflösung-Niveau, das einer EOS 40D mit 13,5 Megapixel entspräche. Der 7%-Verlust dürfte auf das Konto der kleineren Fotodioden gehen (EOS 50D 4,7µm, EOS 40D 5,7µm), deren Lichtverlust Canons Optimierungen am Sensordesign (Schliessen von Lücken zwischen den Dioden) nicht komplett kompensieren kann. Das Auflösungsverhalten in höheren ISO-Wertbereichen zeigt sich allerdings zweideutiger, wie im nächsten Abschnitt zum ISO-Rauschen besprochen wird.

Von den messtechnisch ermittelten 15% an realer 50D-Mehrauflösung (ISO 100) sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen. Beim rein optischen Vergleich fallen die Unterschiede bei 100%-Ansicht teilweise kaum auf und lassen sich mittels softwareseitiger Grösseninterpolation der EOS 40D-Bilder manchmal nicht von den Ergebnissen der EOS 50D unterscheiden. Es bleibt allerdings die Erkenntnis aus dem Messlabor, dass die Auflösungsunterschiede vorhanden und auch bei Einsteigerobjektiven nachweisbar sind. Dies gilt beispielsweise für das im Kit vertriebene Canon 18-55mm IS. Auch das neue - ebenfalls im Kit gebundelt oder separat erhältliche - Canon 18-200mm/3,5-5,6 IS bringt an der EOS 50D Messwerte, die eine höhere Auflösung ausweisen.

Überrascht waren wir am Canon 18-200'er über die hervorragende Offenblendleistung der Endbrennweite, die zumindest auf grössere Motivdistanz an beiden Kameras locker mit dem hochgelobten Canon 70-200/4,0 L IS USM mithält. Im Nahbereich teilt die Linse dann das Schicksal vieler Superzoom-Objektive und fällt etwas ab, hält sich jedoch in den kleineren Brennweitenbereichen auf dem noch annehmbaren Niveau des Canon 18-55mm IS. Gestört hat uns am Canon EF-S 18-200mm IS allerdings der zu locker drehende Scharfstellring, der ein schwammig-kratziges Feeling vermittelt.

 

 

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     ISO-Rauschen

Mehr Pixel auf nahezu identischer Sensorfläche bringt bekanntlich das Problem erhöhten ISO-Rauschens mit sich. Je enger sie gepackt werden, umso mehr schirmen sie sich seitlich gegenseitig ab und fangen weniger Photonen ein. Folglich sinkt das Nutzsignal, so dass sich der chaotische Dunkelstrom als Körnung im Bild eher bemerkbar macht. Canon hat die Fotodioden der EOS 50D jedoch effizienter zusammengerückt und dabei relativ uneffektive Lücken zwischen den Dioden geschlossen. Unterstützend soll der neue Bildprozessor DIGIC IV iVm verbesserten A/D-Wandlern den Lichtverlust auffangen und erhöhtes ISO-Rauschen kompensieren. Ob diese Massnahmen reichen, um auch die jetzt neu hinzugekommenen ISO 6.400 (Hi1) und 12.800 (Hi2) in der Praxis nutzbar zu machen ?

Hohes ISO-Rauschen liesse sich schlicht mit kamerainternen aber softwarebasierten Methoden glattbügeln. Das würde allerdings die Detailzeichnung angreifen und zu unscharfen Ergebnissen führen. Nach unserem ersten Test mit RAW-Dateien, die wir in Digital Photo Professional (DPP) entwickelten, nährte sich dieser Verdacht: die hohen ISO-Werte rauschen geringer aber die Detailzeichnung wirkt an der EOS 50D ebenfalls weichgespült (siehe Tableau I). Ein Test mit einem herstellerfremden, externen Konverter wie Adobe Lightroom scheint das auch zu bestätigen (Tableau II), hier wirken die Testbilder in hohen ISO-Werten deutlich verrauschter aber die Zeichnung bleibt erhalten. Ist Canon damit entlarvt und nutzt unter DPP eine simple Weichzeichnung ?

Wir haben darauf einen dritten Test durchgeführt (siehe Tableau III), der ein anderes Testchart mit feineren Linien und grösseren Zahlen aufweist. Hier ist zu erkennen, dass DPP nicht schlicht weichzeichnet, sondern dass die Linien höher als unter Lightroom aufgelöst werden, während die grösseren Zahlen nicht unschärfer wirken. Wir kommen somit zu keinem eindeutigen Ergebnis: kleine Zahlen und Ziffernblätter wirken subjektiv in hohen ISO-Wertbereichen weichgezeichnet während grössere Zahlen gut erkennbar bleiben und feine Linien sogar besser aufgelöst werden. Dieses zweideutige Verhalten irritiere auch unsere Testsoftware IMATEST, die mit ihren Auflösungs-Linienangaben dem optischen Phänomen nicht gerecht werden konnte.

Zur Zeit liess sich leider kein weiterer, externer RAW-Konverter ausfindig machen, der die EOS 50D-RAW-Dateien verarbeitet, um das unterschiedliche Entrausch- und Auflösungsverhalten von dritter Seite aus zu beleuchten. Derzeit empfiehlt sich für EOS 50D-Anwender eher, DPP gegenüber Lightroom in höheren ISO-Wertbereichen einzusetzen: das Rauschen ist deutlich niedriger, die Detailzeichnung fällt je nach Motiv unterschiedlich aus, in der Summe dürften aber subjektiv die Ergebnisse unter DPP am vorteilhaftesten wirken. Bei RAWs, die in DPP entwickelt werden - und derzeit nur dort -  gewinnt die EOS 50D in Sachen ISO-Rauschen in hohen ISO-Wertbereichen knapp eine Stufe gegenüber den RAW-Dateien der EOS 40D (etwa ab ISO 1600 und höher). Lightroomanwender fahren dagegen an der EOS 40D derzeit rauschfreier. Nutzer von Adobe Photoshop iVm Adobe Camera RAW Vers. 4.6 geniessen einen Kompromiss: die Auflösung der EOS RAW-Dateien liegt höher als bei Lightroom, der relativ geringe Rauschpegel von DPP wird jedoch nicht ganz erreicht.

ERGÄNZUNG: Wir haben mit der Firmware 1.0.3 das RAW-Format nachuntersucht. Zudem auch die finale Version von Lightroom 2.1 (ACR 4.6) verwendet. Eine Änderung durch die Kamerafirmware (1.0.1 auf 1.0.3) ist nicht nachweisbar. In der finalen Version von Lightroom ist die Detailszeichung jetzt allerdings etwas verbessert, das ISO-Rauschen liegt jedoch nach wie vor bei DPP auf geringerem Niveau. Hier geht es zum Nachtest (Tableau IV und V).

ERGÄNZUNG II: Auf Leserwunsch haben wir das Auflösungsverhalten in hohen ISO-Werten bei gleicher Distanz und Brennweite EOS 50D zur 40D hier verglichen (Tableau VI)

 

 

 


JPEG-Dateien wirken an der EOS 50D - wie an allen Canon DSLR - generell weniger hochaufgelöst als die RAW-Dateien, die Ergebnisse durch den neuen Parameter ""High-ISO-Rauschunterdrückung - 2: stark" (CFn II Nr. 2) zeigten sich allerdings beim Entrauschen ähnlich effizient wie unter DPP bei den RAW-Dateien. Auch die EOS 40D verfügt über diesen Individualparameter für JPEG-Aufnahmen jedoch nur mit einer Wertoption, die JPEGs zu geringerem Farbrauschen in hohen ISO-Werten verhilft. Im Gegensatz zur EOS 50D lässt sich diese Bildverbesserung jedoch mit gängigen Entrauschprogrammen nachstellen.

 

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     Dynamik und Belichtungsoptimierung

Ein strahlender Sonnentag lädt nicht nur zum Fotografieren ein sondern stellt auch die Kontrastverarbeitung der Canon DSLRs auf eine Probe. Die hohe Eingangsdynamik überfordert idR die Bildsensoren, so dass teilweise die Zeichnung in den Lichtern bzw. Schattenpartien verloren geht. Um dem entgegenzuwirken, hat Canon an beiden Kameras die Tonwertpriorität (CFn II Nr. 3) als Hilfe implementiert, die zumindest Überstrahlungen um 1 Blendenstufe sowohl bei JPEGs als auch RAW-Dateien verringert. Wir konnten in der Bildwirkung der Tonwertpriorität praktisch keine Unterschiede beider Kameras zueinander ausmachen. Angenehm ist an der EOS 50D jedoch der deutlichere Hinweis im Sucher bzw. auf dem Schnelleinstell-Screen mit einem "D+". Damit wird schneller klar, dass ISO 100 bzw. höhere ISO-Werte (EOS 50D max 3.200, EOS 40D max 1.600) in Kombination mit der Tonwertpriorität nicht direkt wählbar sind. Die standardmässige Kontrastverarbeitung beider Kameras liegt mit rund 10 Blendenstufen (RAW) bzw. 9 Blendenstufen (JPEG) auf demselben Niveau.

Die Kontrastverarbeitung der kleineren RAW-Formaten (EOS 50D: SRaw1 und SRaw2  / EOS 40D: SRaw) verliert derweil 1 Blendenstufe gegenüber der grossen RAW-Datei, so dass sich deren Einsatz beispielsweise bei hochkontrastreichen Panoramaaufnahmen kaum empfiehlt.

Ergänzend verfügt die EOS 50D für unbedarfte Anwender über den bereits seit der EOS 450D verbauten Parametersatz "Autom. Belichtungsoptimierung" (CFn II Nr. 4), der zu dunkle oder kontrastarme Motive automatisch um bis zu eine Blendenstufe aufhellt. Diese rein softwaretechnische und mit etwas erhöhtem ISO-Rauschen verbundene Bildwirkung ist allerdings auf das JPEG-Format beschränkt und greift in den Motivprogrammen automatisch. Für Einsteiger sicherlich eine Hilfe, ambitionierte User des RAW-Formats können derartige Optimierungen besser im RAW-Konverter nachstellen.

 

 

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