Die Canon EOS 50D
im Praxisvergleich mit der EOS
40D

ein Report von Stefan Gross - Oktober 2008

 

15 Megapixel, spürbare ISO-Wertsteigerung und ein hochauflösendes Display sind die auffälligen Proargumente, mit denen die EOS 50D lockt. Käufer der noch frischen EOS 40D (oder EOS 450D) dürfte es allerdings schwerfallen, jetzt schon wieder die Geldbörse zu zücken. Zumal die Frage im Raum steht, ob die enger gepackten Pixel auf dem EOS 50D-Bildsensor in der Praxis wirklich Auflösungsvorteile bringen und möglicherweise höheres Rauschen in Kauf genommen werden muss. Wir klären, ob die EOS 50D in diesen Disziplinen - entgegen der ersten Vermutung - dennoch überzeugen kann und zusammen mit weiteren Neuerungen nicht nur nominell imponiert.

Canon's Konzept heisst: mehr Pixel, höhere ISO-Werte gepaart mit vielen Detailverbesserungen. Auffällig sind die Parallelen zum Erzrivalen Nikon. Nikon hat beispielsweise kürzlich durch hohe aber rauscharme ISO-Wertbereiche und mit hochauflösenden Kameramonitoren z.B. an der D300 gepunktet. Canon toppt allerdings mit ISO 12.800 die Nikon-Werte einer D90 oder D300 (max ISO 6.400), bringt einen mit 920.000 (Sub-)pixel vergleichbar auflösenden Monitor und die bisher den neuesten Canon 1D-Profimodellen vorbehaltene Autofokus-Feinabstimmung ist jetzt auch in der EOS 50D verwirklicht. Dazu gesellen sich automatische Optimierungen bei Unterbelichtungen bzw. Vignettierungen und eine Vielzahl an ISO-Rauschunterdrückungs-Funktionen nebst HDMI-Schnittstelle .

Entgegen der Nikon-Fraktion mit seiner moderaten Steigerungen auf 12 Megapixel (etwa bei der D300 oder D90) bringt Canon gegenüber dem Vorgängermodell gleich 5 Millionen Fotodioden mehr auf den 50D-Bildsensor und erreicht mit 15,1 Megapixel derzeit einen Auflösungsklassenrekord. Unterhalb der Mittelformatklasse wird die 50D-Auflösung zur Zeit nur von wesentlich teureren "Vollformat"-Modellen wie aktuell von der EOS 5D Mark II , EOS 1Ds Mark III (beide 21,1 Megapixel) und der Sony Alpha 900 (24,6 Megapixel) übertroffen.

Zudem wurde an der 50D die Menüführung, Autofokusfunktionen im Live-Betrieb und die Programmpalette mit einem kreativen Auto-Programm weiterentwickelt. Am spannensten dürfte jedoch die Frage sein, ob der Rauschpegel überzeugt und die neu hinzugekommenen, hohen ISO-Werte praxistauglich sind. Wir gehen auch der Frage nach, ob die eng gepackten Pixel einen gar zum Kauf teurer und auflösungsstarker L-Optiken zwingt oder ggf. schon mit Einsteiger-Objektiven ein Auflösungsgewinn erzielbar ist.

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  Features im Überblick
Body-Design
Monitor und Live-View
   

 

    Features im Überblick

 

 
  (nur Gehäuse, Strasse 10/2008, ca.)
  • EUR 1.100
  • EUR 720
 
  • Gehäusematerial
  • Abmessungen
    (H x B x T)
  • Gewicht (ohne Akku)
 
  • Magnesium
  • 146 x 108 x 74 mm
  • 730 gr
 
  • Magnesium
  • 146 x 108 x 74 mm
  • 740 gr
 
  • Abmessungen
  • effektive Pixel
  • Pixel-Breite (Pitch)
  • max Bildgrösse
  • Auflösung RAW-Format
  • Bildprosessor

 
  • 22,3 x 14,9 mm
  • 15,1 Mio (15,5 total)
  • 4,7 µm
  • 4.752 x 3.168 Pixel
  • 14 Bit
  • DIGIC IV

 
  • 22,2 x 14,8 mm
  • 10,1 Mio (10,5 total)
  • 5,7 µm
  • 3.888 x 2.592 Pixel
  • 14 Bit
  • DIGIC III
 
  • Geschwindigkeit
  • Anzahl Jpeg
  • Anzahl Raw
 
  • 6,3 pro Sek.
  • 60 / 90 (mit UDMA-CF-Card)
  • 16 / 16 (mit UDMA-CF-Card)
 
  • 6,5 pro Sek.
  • 75
  • 17
 
  • 0,1 Sekunden
  • 0,2 Sekunden
 
  • Bild
  • Farbe




 

 
  • RAW (+ sRAW1 mit 7,1 MB und sRAW2 mit 3,8 MB), JPEG, RAW+JPEG beliebig kombinierbar
    RAW-Format auch in den Automatik-Programmen verfügbar
  • sRGB, Adobe RGB
  • RAW (+ sRaw mit 2,5 MB), JPEG, RAW+JPEG bliebig kombinierbar
  • sRGB, Adobe RGB
 
  • 9 Programme (AWB, Tag, Schatten, Wolken, Blitz, Kunstlicht 2x, manuell, Kelvin)
  • WB-Shifting (Farbverschiebung)
  • 9 Programme (AWB, Tag, Schatten, Wolken, Blitz, Kunstlicht 2x, manuell, Kelvin)
  • WB-Shifting (Farbverschiebung)
 
  • EF und EF-S
  • CF-Card (Typ I+II)
  • EF und EF-S
  • CF-Card (Typ I+II)
 
  • Abmessungen
  • Bildpixel (Sub-Pixel)
  • Beschichtung Deckglas
     

 
  • 7,6 cm Diagonale (3'')
  • 920.000
  • Deckglas mit Antireflex-Beschichtung

 
  • 7,6 cm Diagonale (3'')
  • 230.000
  • keine Antireflexion
     
 
  • Messfelder
  • Messbereich
  • Modi
  • Unterstützung mit EOS-Utility "Fernaufnahme"
 
  • 9 TTL Kreuzs.(Zentrum, Mehrfeldmessung)
  • -0,5 - 18 EV
  • One-Shot, AI-Fokus, AI-Servo (getrennt wählbar)
  • im Livebild mit "Quick"-AF (Phasendetektion), Live-AF (kontrastbasiert), Face-Detection-AF (Gesichtserkennung)
  • Autofokus-Modi in EOS-Utility "Fernaufnahme" beim Livebild wird unterstützt (auch via Mausklick manuell einstellbar)

 

 
  • 9 TTL Kreuzs.(Zentrum, Mehrfeldmessung)
  • -0,5 - 18 EV
  • One-Shot, AI-Fokus, AI-Servo (getrennt wählbar)
  • im Livebild nur "Quick"-AF (Phasendetektion)
  • Autofokus in EOS-Utlitity "Fernaufnahme" beim Livebild nicht unterstützt (aber via Mausklick manuell einstellbar)

 

 
  • 100 - 12.800 (Normbereich = 100 - 3.200), Auto
    (Auto-ISO von 100 - 1.600)
  • 100 - 3.200 (Normbereich = 100 - 1.600), Auto
    (Auto-ISO von 100 - 800)
 
  • Kreativprogramme
  • Automatische Programme
  • Belichtungsmessmethode

 
  • 5 (P, TV, AV, M, A-Dep), 2 Custom-Programme
  • 8 (Creativ Auto, Vollautomatik, Portrait, Landschaft, Nahaufnahme, Sport, Nachtportrait, Blitz aus)
  • Mehrfeld (35 Zonen), Mittenbetont, Selektiv (9%), Spot (3,8%), Live-View-Messung (ähnlich Mehrfeld)

 
  • 5 (P, TV, AV, M, A-Dep), 3 Custom-Programme
  • 7 (Vollautomatik, Portrait, Landschaft, Nahaufnahme, Sport, Nachtportrait, Blitz aus)
  • Mehrfeld (35 Zonen), Mittenbetont, Selektiv (9%), Spot (3,8%), Live-View-Messung (ähnlich Mehrfeld)
 
  • Geschwindigkeit
  • Blitzsynchronzeit
 
  • 30  - 1/8000 Sek., bulb
  • 1/250 Sek.
 
  • 30  - 1/8000 Sek.,bulb
  • 1/250 Sek.
 
  • System
  • interner Blitz
  • regulierbar
  • Anschlüsse
  • Besonderheiten

     
 
  • E-TTL 2
  • ja, LZ 13
  • ja
  • Blitzschuh, Synchronbuchse
  • fest auf 1/250 Sek.+ 1/60 - 1/250 Sek. im Programm AV einstellbar (CFn I/Nr. 7)
 
  • E-TTL 2
  • ja, LZ 13
  • ja
  • Blitzschuh, Synchronbuchse
  • fest auf 1/250 Sek. im Programm AV einstellbar (CFn I/Nr. 7)
     
 
  • ja, 25 mit 73 Einstellungen, neu ist die AF-Feinabstimmung und die Belegung der neuen Funktionstaste (einige CFn sind ins normale Menü unter  Livebild-Funktionseinstellung umgruppiert worden wie etwa die Livebild-Belichtungssimulation, vorher CFn IV/7oder der Live-AF-Betrieb, vorher CFn III/6)
  • ja, 24 mit 63 Einstellungen
 
  • Bezeichnung
  • mögliche Aufnahmen (lt. CIPA-Standard mit BP 511A)
  • Ladestandsanzeige
  • Batterie-/Hochformatgriff (+WFT)

     

 

 
  • BP511A (1.390 mAH) / auch BP511 und BP512
  • 800 bzw. 680, in Live-View 180/140 (23 und 0-Grad, ohne Blitz), Livebildbetrieb ist bis 1 Stunde mit voll aufgeladenem Akku angegeben
  • vierstufig (2 Segmente)
  • BG-E2, BG-E2N (mit Gummierung), WFT-E3 (kabelloser Datentransfer, kein zweiter Akku einlegbar)
 
  • BP511A (1.390 mAH), auch BP511 und BP512
  • 1.100 bzw. 950, in Live-View 170/130 (23 und 0-Grad, ohne Blitz)
  • vierstufig (2 Segmente)
  • BG-E2, BG-E2N (mit Gummierung), WFT-E3 (kabelloser Datentransfer, kein zweiter Akku einlegbar)
 
  • USB 2,0
  • Video-Out
  • Blitzsynchronbuchse
  • Fernauslöser (N3-Buchse)
  • Mini-HDMI (Typ C)
  • USB 2,0
  • Video-Out
  • Blitzsynchronbuchse
  • Fernauslöser (N3-Buchse)
 
 (Änderungen gegenüber der EOS 40D)
  • Schnelleinstell-Bildschirm (Direktzugriff auf Einstellung zur Belichtungszeit, Blende, ISO-Wert, Belichtungskorrektur, Blitzkorrektur, AF-Messfeldwahl, Picturestyle, Weissabgleich, Messmethode, Bildqualität, AF-Funktion, Betriebsart Einzel, Serie, Selbstauslöser)
  • Autofokus-Feinabstimmung für bis zu 20 frei wählbare Objektive - global oder individuell (keine Differenzierung bei Zoomobjektiven in unterschiedlichen Brennweitenbereichen)  
  • mit 4 Funktionen belegbare Funktionstaste (Jump-Button wie an der EOS 40D entfällt, Sprung-Funktion für die Bildanzeige ist aber im Menü der 50D zu finden),
  • Direktzugriff auf die Live-View mittels Print-Button (vorher nur via Set-Taste möglich)
  • Menüverbesserungen z.B. Neugruppierung logisch zusammenhängender Punkte bei der Live-View, verbesserte Darstellung der AEB (beim Shifting), feines Netzgitter in der Live-View einblendbar (neben 3x3 jetzt 4x6 Linien), Dia-Show als Playfunktion, verbesserter Karteireiter-Kontrast
  • Ordnerverwaltung (speichern und Löschen in separaten Ordnern möglich)
  • Vignettierungs-Korrektur für 24 Canon-Objektive (JPEG), die sich aber beliebig erweitern lassen (via EOS-Utility)
  • Vierstufige High-ISO-Rauschunterdrückung (EOS 40D=2stufig)
  • automatische Belichtungsoptimierung in vier Stufen (JPEG),
  • Erweiterte Belegung der Set-Taste (Schnelleinstell-Bildschirm belegbar)
  • Tonwertpriorität wird im Sucher mit "D+" angezeigt (kleine Nullen beim ISO-Wert wie an der 40D entfallen)
  • keine Unterbrechnung der Live-View beim Wechsel ins Menü
  • Flourbeschichtetes Sensordeckglas (Tiefpass-Filter) zur verbesserten Staubabweisung
  • Unterstützung von UDMA-Compact Flash-Karten
 
 

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     Body-Design/Bedienung

Neues beim Body-Design

Canon hat das Gehäuse der EOS 50D im Vergleich zum Vorgänger optisch nicht geändert. Frontal weist einzig der EOS 50D-Schriftzug auf den neuen Body hin. Auch rückseitig ist die 50D zur 40D nahezu identisch: grosser 3-Zoll-Monitor, Daumenrad, joystickartiger Multicontroller, sowie Anordnung und Position der Funktionsbutton sind gleich geblieben. Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch Neues: die Antireflexbeschichtung des 50D-Monitors schluckt mehr Umgebungslicht und wirkt etwas blaustichig. Das jetzt in silbermetallic (Aluminium) ausgelegte Programmwahlrad dürfte jedoch der sicherste Anhalt sein, die neue EOS 50D anstelle des Vorgängermodells in den Händen zu halten.

 

verbesserte Bedienung

Der Bildschirm für die Schnelleinstellung dürfte die interessanteste Neuerung im Bedienkonzept der 50D sein. Hier kann der Anwender die wichtigsten Einstellung mittels Multicontroller direkt ansteuern und via Daumen- oder Hauptwahlrad Parameter wie Zeit, Blende, ISO-Wert etc. ändern. Das ist übersichtlicher als die alternativ doppelt belegten Buttons zu nutzen und erweist sich in dunkleren Aufnahmesituationen als hilfreich. Spätabendliche oder nächtliche Aufnahmen benötigen so keinen ergänzenden Druck auf die Taste für die LCD-Beleuchtung. Erfreulich auch die Möglichkeit, eine Belichtungsreihe (AEB-Funktion) direkt anzusteuern, ohne sich erst durchs Menü hangeln zu müssen. Dafür lässt sich die FUNC.-Taste belegen (CFn IV/7) oder man nutzt im Schnelleinstellungs-Bildschirm im Feld für die Belichtungskorrektur anstelle des Daumenrades das Hauptwahlrad. Sicherlich nicht nur für HDR/DRI-Freaks eine willkommene Erleichterung.

Entfallen ist der entbehrliche Jump-Button. An seiner statt findet sich der neue Funktionstaster "FUNC.", der jedoch nur mit wenigen, dafür aber interessanten Funktionen belegbar ist.

Der Schnellzugriff auf z.B. im Untermenü platzierte Individualfunktionen lässt sich - wie schon an der EOS 40D - nach wie vor am besten über das MyMenü bewerkstelligen. Die Hoffnung einiger User auf Direktzugriff der Spiegelvorauslösung ist nicht verwirklicht worden aber praktisch über die Live-View möglich (geräuschlose Aufnahme Modus 1 oder 2 einstellen).

Die Live-View wird an der 50D jetzt über den Printbutton direkt gestartet und beendet. Am Vorgänger musste hierfür - zu Lasten alternativer Zugriffsfunktionen - noch die Settaste im Zentrum des Daumenrads bemüht werden. Diese wird jetzt an der 50D für 5 Funktionen frei, von denen jedoch 3 bereits separat über Buttons erreichbar sind. Immerhin kann die Set-Taste für einen Direktzugriff auf die Bildqualität oder den neuen Schnelleinstellungs-Bildschirm verwendet werden.

Sinnvollerweise wurden unter dem Obermenüpunkt zur "Livebild-Funktionseinstellung" der Zugriff auf die Belichtungssimulation bzw. den Autofokuszugriff im Livebetrieb zusammengeführt. An der 40D musste man sich hierfür mühsam durch die Individualfunktionen durchhangeln oder zumindest das Mymenü konfigurieren.

Ansonsten folgt die 50D im Menü dem gewohnten Konzept via Karteireiter, bei dem alle Hauptmenüpunkt ohne Scrollbedarf angesteuert werden können. Kleine optische Verbesserungen beim Farbkontrast und einige Hilfsinformationen nimmt der 50D-Fotograf gerne mit. Fast durchgehend lässt sich der Multicontroller für die "Einfinger"-Bedienung nutzen. Während die Richtungstasten Menüpunkte ansteuern bestätigt ein mittiger Druck die Eingabe. Allerdings ist der mittige Druckpunkt nach wie vor etwas schwammig geblieben. ISO-Wertänderungen mittels Richtungstaste oder Wertänderungen im Schnelleinstellungs-Bildschirm durch mittigen Druckpunkt sind mit dem Multicontroller leider nicht möglich.

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     Monitor und Live-View

neuer Monitor

Einige User klagten über die schwierige Schärfebeurteilung am Monitor der EOS 40D und den an anderen Canon-DSLR bisher verbauten Displays. Zwar lässt sich auch mit 230.000 Pixel bei 10x-Vergrösserung die relative Schärfe ablesen, dennoch bringen die erstmals an der EOS 50D verwendeten 920.000 (Sub-)Pixel mit 30 Bildern/Sek. Wiederholfrequenz ein noch ruhigeres und höher aufgelöstes Bild. Die neue antireflexive Beschichtung hält zudem Einspiegelungen deutlich besser fern und sorgt für ein sehr kontrastreiches Bild. Nicht nur für Bildpräsentationen auf dem Kameramonitor mit seitlich stehendem Publikum sondern auch für den Eigenbedarf bei Platzmangel bzw. schwierigen Aufnahmepositionen (etwa halb über Kopf) lässt sich so das Live-Bild besser erkennen. Wir hatten jedoch kein grosses "Aah"-Erlebnis mit dem neuen 50D-Display sondern bemerkten zumindest die Auflösungs-Unterschiede erst im direkten Vergleich der beiden Monitore.

Beim Einzoomen im Playmodus auf 10x-Vergrösserung erreicht die EOS 50D mit 2,7 Sek. die gleiche Geschwindigkeit wie an der EOS 40D (Test an beiden Kameras mit einem Bild der EOS 50D). Das eingezoomte Scrollen durch die gesamte Aufnahme führt die EOS 50D rund eine Sekunde flotter durch (EOS 50D: 8,7 / EOS 40D: 9,7 Sek). Den Unterschied spürt man in der Praxis kaum.

 

Live-View mit neuem Autofokus

Die Live-View war bei Einführung in die DSLR-Klasse (Olympus mit der E-330 im März 2006) noch als verspieltes Feature aus der Kompaktkameraklasse kritisch beäugt worden. Mittlerweile hat sich das Echtzeit-Vorschaubild jedoch aufgrund seiner vielen Praxisvorteile etabliert. Nach der EOS 1D Mark III wurde die EOS 40D und alle folgenden DSLRs von Canon - so jetzt auch die EOS 50D - mit ihr bestückt. Beim Autofokusbetrieb (und Blitzlichteinsatz) sind jedoch Einschränkungen hinzunehmen: der hochgeklappte Schwingspiegel verbirgt auch den verkoppelten Hinterspiegel, der dann sein Licht nicht an die Autofokussensoren weiterreichen kann.

 

Um ohne Unterbrechung des Live-Betriebs automatisch scharfzustellen, hat Canon an der EOS 50D - nach der EOS 450D/1000D - jetzt einen kontrastbasierten Autofokus (Live-AF) eingeführt, der vor- und zurückpumpend den höchsten Kontrast nach der Trial and Error-Methode mit dem Bildsensor ermittelt. Die Scharfstellung brauchte bei unseren Messungen zwischen 2 - 6 Sekunden. Bei erneutem Fokussieren ist zudem mit einer ähnlichen, idR minimal verkürzten Zeit zu rechnen, da der Live-AF das Fokussier-Procedere komplett neu durchführt (kein Memory). Bei geduldigen Motiven kann der User allerdings auch die 10x-Lupe nutzen und manuell exakt fokussieren, muss dann jedoch die zweite Hand für den Einstellring am Objektiv einsetzen.

Ebenfalls längst in der Kompaktkameraklasse etabliert ist die jetzt erstmals an Canon DSLR  eingeführte, automatische Gesichtserkennung. Die EOS 50D stellt mit dieser Autofokus-Betriebsart im Live-Modus auf frontale Gesichter scharf. Benötigt hierfür allerdings ebensoviel Zeit wie mit dem o.g., kontrastbasierten Live-AF. Bei unseren Versuchen lag die Erkennungsleistung überraschend hoch, selbst bei seitlich blickendem Gesicht (das zweite Auge muss noch angedeutet sein) und mit Sonnenbrille stellte die EOS 50D erfolgreich scharf.

Angenehm sind die kleinen Verbesserungen etwa bei der Remote-Software , die jetzt auch den Autofokusbetrieb während der Live-View unterstützt. Obwohl die aktuelle Software EOS-Utility (derzeit Vers. 2.5.01) auch mit Vorgängermodellen zusammenarbeitet, werden die drei Autofokus-Modi nur an der EOS 50D aktiviert (die EOS 40D kann dort jedoch - wie auch die 50D - mit Pfeiltasten-Buttons und Mausclick ferngesteuert scharfgestellt werden). Fortschrittlich ist auch die neue Möglichkeit, das Kameramenü aufzurufen oder ein Kreativ-Programm am Wahlrad zu wechseln, ohne dass die Live-View dadurch beendet wird.  Ebenfalls neu an der EOS 50D: ihr steht jetzt zusätzlich ein noch feineres Überblend-Gitternetz zwecks exakterer Motivausrichtung in der Live-View zur Verfügung.

Ärgerlich ist jedoch die Einschränkung an der EOS 50D, in der Live-View bei 10x-Zoom nicht mehr ganz in die Ecken scrollen zu können. Dies gilt zumindest dann, wenn am Objektiv die "AF-MF"-Schalterstellung auf AF steht. Gestolpert sind wir über diese Einschränkung bei der Untersuchung der Randauflösung: bei der EOS 40D kann die Live-View bis in die Ecken genutzt werden, an der EOS 50D bleibt ein nicht ansteuerbarer Rand von 6 - 8mm, wodurch die nutzbare Liveview eingezoomt um gut 25% der Monitorfläche reduziert wird (in der Breite von 6,1cm auf 4,5cm und Höhe von 4,6 auf 3,4cm). In der Praxis dürfte dies wohl eher selten zu Problemen führen, da das Hauptmotiv meist noch erreichbar sein wird falls es nicht am äusseren Rand platziert ist. Denkbar sind jedoch Einschränkungen z.B. bei formatfüllenden Insektenmakros, bei denen auf ausserhalb der Live-View-Position platzierte Augenpartie nicht mehr eingezoomt werden kann.

Beim klassischen Blick durch den Sucher ergeben sich keine Unterschiede der beiden Modelle zueinander: sowohl Bildwinkel als auch Helligkeit nebst Anordnung der Autofokus-Feldmarkierungen sind identisch (Feldabdeckung 95%, Austrittspupille 22mm, 9 AF-Felder + kreisförmige Spotmessungsmarkierung, Pentaprisma).

 

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