Die Canon EOS 450D
im Praxisvergleich mit der EOS 400D/40D/Powershot
G9
ein Report von
Stefan Gross
- 1. Teil: Features, Body, View
- 2. Teil: Auflösung, ISO-Rauschen, Dynamik
- 3. Teil: Autofokus, Serienbilder, Speicher/Akku
- 4. Teil: Fazit, Wertung, Leserfeedback
Gewohnt
pünktlich erneuert Canon nach 15 Monaten seine DSLR-Einsteigerklasse und bringt
mit der EOS 450D den Nachfolger zur EOS 400D auf den Markt. Canon pflegt sein
Konzept und behält den besonders kompakten und relativ leichten Body bei. Damit
lockte schon das Vorgängermodell erfolgreich Käuferschichten aus den Gefilden
der Kompaktkamera-Klasse und avancierte zur weltweit meistverkauften
Spiegelreflex-Kamera. Um an diesen Erfolg zeitgemäss anzuknüpfen, verfügt die
EOS 450D jetzt über eine Live-View, 12-Megapixel-Auflösung,
Spotbelichtungsmessung und bringt im Kit das neue, bildstabilisierte Objektiv
EF-S 18-55mm IS USM mit.
Das Angebot für
eine preislich attraktive digitale Spiegelreflexkamera ist beim Marktführer mit
der 450D angewachsen und macht die Wahl nicht gerade leicht. Zumal die EOS 400D
weiterhin parallel – aber spürbar günstiger – angeboten wird. Daneben wirbt die
noch professioneller auftretende EOS 40D mit ähnlichen Features, bietet aber u.a.
einen Body aus Magnesium, eine höhere Serienbildgeschwindigkeit und mehr
Autofokus
-Kreuzsensoren.
Wer allerdings für
unbeschwerte Spontanaufnahmen eine schlanke Kamera stets dabei haben möchte,
dürfte gelegentlich auch einen neugierigen Blick in die Kompaktkamera-Klasse
werfen. Hier bietet die Powershot G9 mit grossem 3-Zoll-Display, 12 Megapixel,
edlem Magnesium-Body und vielfältigen Eingriffsmöglichkeiten
Ausstattungfeatures, die selbst eingefleischte Spiegelreflex-Fotografen
zumindest als Zweitkamera in Versuchung bringen könnte. Wir klären im Rahmen des
Reports daher auch, ob die Kompakte G9 beim Handling und in Sachen Bildqualität
überhaupt als (gelegentliche oder vollständige) Alternative zu den Geschwistern
aus dem Spiegelreflex-Lager in Frage kommt.
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| Features im Überblick Body-Design View |
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(Body, Strasse 05/2008, ca.) |
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(wichtige Highlights) – |
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| weitere Infos (Fachliteratur) |
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Body-Design
Der 450D-Body ist
noch stärker als beim Vorgänger-Modell geshaped und nähert sich im Design den
Profimodellen aus der 1D-Riege an. Ihm fehlt allerdings die Magnesium-Legierung
und kann damit ein etwas plastikhaftes Feeling nicht ganz abschütteln. Eine
wertigere Haptik vermittelt ohne Frage die EOS 40D und – rein vom Gehäuse und
der Gewichts-Grössen-Relation – auch die Powershot G9.
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Die von der 400D die – wie an der EOS 40D – den ISO-Wert permanent Das Ertasten des erfordert zwar einen kleineren Weg als |
Bedienung
Beibehalten wurde
das 400D-Konzept mit den vier Pfeiltasten, die der Navigation an der 450D
dienen, um beispielsweise Menüpunkte oder Bildausschnitte bei eingezoomter
Bildkontrolle anzusteuern. Gleichzeitig werden damit Kamerafunktion direkt
aufgerufen, was die etwas lästigen
Button-Doppelbelegungen
der EOS 40D
vermeidet. Letztere glänzt dafür mit einem komfortablen Daumenrad und
Multicontroller.
Die Powershot G9 löst die Navigation durch eine Kombination aus Vierwege-Wippe
mit einem druntergelegtem Daumenrad incl. mittiger Settaste. Extrem kompakt aber
schlüssig und flott in der Bedienung.
Die Werte lassen
sich an den DSLR’s über den grossen Kameramonitor beaufsichtigen und zum
Grossteil auch beim Blick durch den Sucher (EOS 40D ergänzend auch auf dem
oberseitigen LCD-Display). Die Powershot G9 bietet ebenfalls die Wertkontrolle
auf dem grossen 3-Zoll-Montor, verzichtet jedoch aus Platzgründen auf eine
Info-Zeile beim Blick durch den optischen Sucher. Ihr fehlt auch der „LCD-aus-Sensor“,
um bei Annäherung Akku-Power zu sparen bzw. einer unnötig langen Erwärmung und
damit der ISO-Rauscherhöhung entgegen zu wirken. ISO-Werte werden bei ihr nicht
über einen Button sondern mittels
Dreh-Rädchen
– ähnlich dem Programmwahlrad –
eingestellt. Der Auslöser wird durch einen praktischen Zoom-Schalter unterlegt,
der das fest eingebaute 6x-Objektiv intuitiv ein- und auszoomt oder Formatgrössen bei der Bildkontrolle wechselt. An den DSLR’s sind hingegen für
das Bild-Zoomen bzw. für die Sucherlupe in der Live-View (450D/40D) zwei separate Buttons etwas umständlicher zu bedienen.
In der Praxis
kommen wir mit allen 3 DSLR-Kameras bedientechnisch ohne grosse Umgewöhnung
schnell klar. Dicke Pluspunkte verbuchen EOS 450D und 40D durch das neue
MyMen?,
in dem sich die sechs wichtigsten Menüpunkte incl. Individualfunktionen wie z.B.
der Spiegelvorauslösung oder der Formatieren-Befehl für den Schnellzugriff
ablegen lassen. Das Men der 450D wurde leicht aufpoliert und mit Hinweisen
versehen etwa dass der ISO 100-Wert nicht erreichbar ist, weil die
Tonwertpriorität eingestellt wurde. Schade, dass der 450D kein
Custom-Programm
wie der EOS 40D und auch G9 spendiert wurde, sie sind blitzschnell konfiguriert
und lassen sich z.B. zum Umschalten von Action auf Nichtaction-Situationen
äusserst nutzbringend anwenden. Selbst die grossen 1D-Modelle können da nicht
mit ihrem wenig praxisgerechten weil langsamen und mit vielen Bedienschritten
versehenen Setup-Speicher mit der 40D mithalten.
Trotz teils abweichendem Button-Design fällt die ähnlich
umfangreiche Bedienung an der G9 erstaunlich intuitiv und modern aus. Hilfreich
sind hier Ein- und Überblendungen im Display beispielsweise bei Programmänderungen. Auf dem Monitor wird parallel ein virtuelles Rad
eingeblendet und anschliessend via Fading die Info-Position einprägsam bekannt
gemacht. Etwas schwammig wirkt allerdings an der G9 die manuelle Scharfstellung;
hier sind die DSLRs mit ihrem Einstellring am Objektiv der elektronischen
G9-Steuerung via Daumenrad an Genauigkeit überlegen.
An den DSLRs sind
allerdings kleine Nicklichkeiten hinzunehmen, so
lässt sich beispielsweise der ISO-Wert an der 450D direkt ohne
Set-Tastenbestätigung ändern, während die übrigen Werte eine Bestätigung
einfordern. Die 400D verzichtet hierauf teils und nimmt Wertänderungen via
Pfeiltaste direkt und damit schneller an. Der joystickähnliche Multicontroller an der 40D ist klasse, um
beispielsweise einhändig im Men zu navigieren und via mittigem Druck Wertänderungen zu bestätigen, er versagt einem jedoch bei der Wertansteuerung in
eingeblendeten Monitorinfos den Dienst. Für unnötige Bedienirritationen kann an
der 40D auch die von Canon seit Generationen verbaute
zweifache On-Schalterstellung
sorgen, wenn mal wieder keine Belichtungskorrektur via
Daumenrad möglich ist, weil versehentlich nicht die oberste Stellung gewählt
wurde.
Live-View
Mittlerweile zählt die Live-View auch bei den
DSLR
zum Branchenstandard. Sie
ermöglicht bereits vor dem Auslösen ein – ähnlich einer Videokamera- laufend
aktualisiertes Bild. Sowohl EOS 450D als auch 40D verfügen über dieses relativ
neue DSLR-Feature. Es dürfte als Ergänzung zum optischen Sucherbild angesehen
werden und ist besonders iVm der
10x Sucherlupe
für manuell sehr exakte
Scharfstellung hilfreich. Überkopf und bodennahe Aufnahmen werden erleichtert
und optional ist damit auch eine verbesserte Schärfentiefenvorschau möglich bzw.
bei Dunkelheit lässt sich etwas mehr durch die elektronische Bildaufhellung
erkennen. Die Live-View ist aber auch für exakte
Ausschnittsbestimmungen nützlich, denn sie zeigt im Gegensatz zum optischen Sucher
(95%-Abdeckung) das Bild zu 100% ohne Beschneidung der Ränder an.
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Der Studiofotograf kann zudem die kostenlos ausgelieferte mit der Live-View nutzen und so Die Powershot G9 des 6xZoomobjektivs nutzen. Von Vorteil ist der relativ flotte Autofokus, der |
Bildkontrolle
In Sachen Geschwindigkeit bei der Bildanzeige via Playtaste liegt die G9
ebenfalls deutlich in Front: Sie benötigt zum Einzoomen in unser Testbild
(10x-Zoom) nur 1,1 Sekunden, während die EOS 450D und 40D gleichermassen mit 2,5
Sekunden mehr als die doppelte Zeit brauchen. Beim kompletten Durchscrollen im
voll eingezoomten Bild liegt die G9 mit 9,8 Sekunden auf einer Linie mit der
450D (9 Sek.) und der 40D (9,8 Sek.), da sie aber in halb so grossen
Scrollschritten arbeitet, läuft das Bild wesentlich flüssiger. Schlusslicht
sowohl beim Einzoomen (3,8 Sek.) als auch im Scrolling (18,8 Sek.) ist die 400D.
Hier bremst der Bildprozessor der Vorgängergeneration (DIGIC II) den User
vergleichsweise deutlich bei der Bildkontrolle aus.
Erfreulich ist die Ablesegenauigkeit, die an allen Kameras im Testfeld auch aus
spitzem Winkel gegeben bleibt – wenngleich ein dreh- und schwenkbarer Monitor
zumindest den neueren Canon-DSLR wie der EOS 450D dem User noch mehr Freiheiten
beispielsweise zur Positionskontrolle von Eigenportraits ermöglicht hätte.
Sucher
Canon hat der EOS 450D gegenüber der 400D einen
leicht vergrösserten Sucher
spendiert und zudem – wie erwähnt – die grüne LED-Konsole um die ISO-Wertangabe
(und S/W-Warnung) erweitert. Damit zieht die 450D mit der EOS 40D gleich, wenn
auch das 450D-Sucherbild nicht durch ein Pentaprisma sondern mittels
Dachkantspiegel einreflektiert wird. Der damit einhergehende Helligkeitsverlust
ist allerdings nur minimal (ca. 0,3 EV). Die G9 begnügt sich mit ca 50%
Sucherfläche der 450D – eher eine Notlösung, mehr Kerker- als Panoramafenster.
Obwohl der Sucher sich dem Bildwinkel je nach Zoomfaktor des Objektivs recht gut
anpasst (ca. 90% Sucher-Abdeckung), ist nur ein schlichtes Fadenkreuz ohne
AF-Felder bzw. weitere Informationen eingeblendet. In Weitwinkelposition
blockiert zudem das Objektiv den unteren Teil des Sucherblicks.
Einen Vergleich der DSLR-Sucherbilder können Sie im Video „EOS
40D angetestet Part3“ sehen, dort ist das 450D-Sucherbild mit der EOS 40D
gleichzusetzen.
- 1. Teil: Features, Body, View
- 2. Teil: Auflösung, ISO-Rauschen, Dynamik
- 3. Teil: Autofokus, Serienbilder, Speicher/Akku
- 4. Teil: Fazit, Wertung, Leserfeedback
