Die Canon EOS 350 D
im Vergleich mit der 20D und 300D
ein Report von Stefan Gross

Teil 2 -
ISO-Rauschen und Hotpixel

Seitenüberblick
der neue 350D-Bildsensor
ISO-Rauschen
hotpixel
 

der neue Bildsensor und Signalprozessor der EOS 350D

nicht nur mit der EOS 300D feierte Canon einen Meilenstein in der digitalen Spiegelreflexfotografie, sondern auch mit der EOS 20D. Erstmals konnte durch Einsatz neuer Mikrolinsen und verbesserten Signalverstärkerschaltkreisen das Licht effektiver auf dem CMOS gesammelt und der Signal-Rauschabstand besonders in den höheren ISO-Wertbereichen verbessert werden. Was normalerweise ein Problem der Kompaktkameraklasse ist, bei denen die kleinen Sensorabmessungen in Verbindung mit extrem hoher Packdichte und kleiner Pixelabmessungen oft ab ISO 200 zu erheblichem Bildrauschen führen, so hat Canon trotz der Pixelverkleinerung von 7,4 (300D) auf 6,4 Mikrometern an der EOS 20D dieses Problem in den Griff bekommen.

Die EOS 350D weist mit 22,2 x 14,8mm und 8 Megapixel ähnliche Dimensionen wie an der 20D auf und ob Canon mit dem 350D-CMOS auch das gute Rauschverhalten der 20D realisieren konnte, zeigt nachfolgendes ISO-Tableau:

ISO-Rauschen im Vergleich (100%-Ausschnitte)*

 
- entfällt -

*Die Aufnahmen zeigen 100%-Ausschnitte. Bildqualität JPEG-L, fein. Parametereinstellung jeweils für Schärfe und Kontrast 0. Nachschärfung unter Photoshop mit USM (Schwellenwert 0/Radius 1,0/Stärke 100). Belichtungszeit von 1/10 Sek. (ISO 100) bis 1/320 Sek (ISO 3.200) bei 20 Grad Zimmertemperatur. Weissabgleich Kunstlicht. ISO 3.200 an der 300D mit "Waisa-Firmwarehack". Grössenangleichung von 300D zur 350D/20D über Distanzverringerung.

Bis ISO 400 zeigen sich optisch bei den Geschwistermodellen praktisch keine Unterschiede im Bildrauschen. Ab ISO 800 geht die Schere zwischen 350D/20D im Vergleich zur EOS 300D leicht auseinander und bei ISO 3.200 zeigt die EOS 20D klare Vorteile gegenüber der EOS 300D (übrigens auch gegenüber der EOS 10D).

Obige Testaufnahmen zeigen leichte Vorteile bei ISO 1.600 zugunsten der EOS 20D im Vergleich zur 350D, so dass dies weitere 100%-Ausschnitte - diesmal im RAW-Format und unter Verwendung des RAW-Shooters essential bei Kamerapresetwerten - verdeutlichen sollen:

Leichte Vorteile bei ISO 1.600 der EOS 20D gegenüber der 350D

eine Idee besser scheint das Rauschverhalten an der EOS 20 D bei ISO 1.600 zu sein. Besonders deutlich wird dies im dunklen Gefieder der Krähe, bei dem an der 20D noch mehr Zeichnung und weniger Rauschartefakte vorhanden sind.


Noch exakter als durch die optische Methode beim Vergleich des ISO-Rauschens lassen sich die Bildstörungen rechnerisch ermitteln, wenn der Testaufbau sorgfältig durchgeführt wird.

Dabei lässt sich anhand der Dateigrösse ablesen, wie hoch der Anteil des Rauschens liegt, wobei eine grössere Datei den höheren Rauschanteil widerspiegelt.

Hier zeigt sich, dass die 300D im unteren Wertebereich bis ISO 200 ihren Geschwistern überlegen ist, während sie ab ISO 400 und noch deutlicher ab ISO 800 grössere Dateien und damit höheres Rauschen produziert.

Die EOS 350D liegt bis ISO 800 zur 20D fast gleichauf, erst ab ISO 1600 zeigt sich - analog zum optischen Vergleich - höheres Rauschen in einer um rund 150 KB grösseren Bilddatei.

Werden für die Kameramodelle die Dateigrössen von ISO 100 bis 1600 addiert, so ergibt sich für die 350D ein höheres Rauschen von 2% (7.783 KB) und für die EOS 300D (7.982 KB) von rund 5% jeweils gegenüber der 20D (7.618 KB). Beim Vergleich des gesamten ISO-Werteumfangs bis 3.200 (300D mit Firmwarehack) zeigt die 300D einen höheren Rauschanteil von knapp 9% (10.979 KB) gegenüber der EOS 20D (10.103 KB).

Hotpixel: Rauschunterdrückung bei Langzeitaufnahmen

Hotpixel bzw. auch das Verstärkerglühen spielen eine Rolle bei Langzeitaufnahmen und können eine Aufnahmen vor allem bei höheren ISO-Werten mit kleinen Sternen verunzieren bzw. am rechten Bildrand zeigt sich eine flächige, lila Verfärbung, die durch Erwärmung des Signalverstärkers ersteht.

Canon stellt an der EOS 20D und jetzt auch an der 350D den Individualparameter 02 "Rauschunterdrückung bei Langzeitaufnahmen" zur Verfügung, der bei Aufnahmen ab 1 Sekunde  genannte Bildfehler herausrechnet. Zu beachten gilt, dass die Kamera dafür im Anschluss dieselbe Zeitdauer benötigt, die für die vorhergehende Aufnahme nötig war. Ein Vorgang, der etwas Geduld erfordert und der sich ohne Bildverlust nicht unterbrechen lässt.

Der Langzeitbelichtungsvergleich wurde mit jeweils ISO 1.600 und einer Belichtungszeit von 10 Minuten bei Zimmertemperatur auf einen Objektivdeckel vorgenommen - Belichtungszeiten, die bei der Astro- oder Infrarotfotografie durchaus vorkommen können:

Vergleich Hotpixel und Verstärkerglühen
bei 10-Minuten-Langzeitbelichtung / ISO 1.600
(ohne Rauschunterdrückung)

     

Ergebnisse unter Verwendung der
Langzeit-Rauschunterdrückung

- entfällt für die
     EOS 300D -

(ggf. als Darkframe-Abzug manuell möglich)

Ohne Einsatz des Individualparameters 2 zur Rauschunterdrückung zeigt die 350D die geringsten Bildfehler, sowohl Verstärkerglühen als auch Hotpixel sind am schwächsten ausgeprägt. Die EOS 300D bringt zwar eigentlich ein ähnlich gutes Ergebnis bei der Anzahl der Hotpixel, jedoch verschlechtert sich die Bildqualität durch das Helligkeitsrauschen, was wiederum ein Beleg für die erheblich besser arbeitenden Signal-Rauschabstände an 350D/20D ist.

Wird die Rauschunterdrückung eingesetzt, so liegen EOS 350D und 20D auf einer Linie. Es wird zwar etwas Bildrauschen in die Aufnahme hineingerechnet, doch die Hotpixel sind nicht mehr so stark ausgeprägt und das Verstärkerglühen wurde fast vollständig eliminiert. Apropos, oben links zeigen die Aufnahmen der 350D und 20D nebel- bzw. kometenartige Erscheinungen, die nicht vom Verstärkerglühen verursacht sind. Diese Bildfehler stammen aus Einspiegelungen, bei denen sich Umgebungslicht durch den Sucher hindurch den Weg zum CMOS gebahnt hat. Wird die Sucherabdeckung der Trageriemen verwendet, verschwinden solche Phänomene. Erste Bildfehler wie Hotpixel oder Verstärkerglühen zeigen sich übrigens ab etwa 2 Minuten Belichtungszeit unter Zugrundelegung von ISO 1.600.

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weiter zum 3. Teil: Prozessor, Reihenaufnahmen, Dynamikumfang


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